Am Mittwoch, dem 13. Mai 2026, wird der Prozess um den Mord an dem achtjährigen Fabian am Landgericht Rostock mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Der vierte Verhandlungstag beginnt um 11 Uhr. Dabei sollen unter anderem die Klassenlehrerin des getöteten Jungen aus Güstrow und die Mutter eines Freundes von Fabian als Zeugen gehört werden. Zudem will das Gericht zwei Schulfreunde des Jungen anhören, um sich ein umfassendes Bild über die Lebensumstände des Kindes zu verschaffen.
Ein zentraler Aspekt des Verfahrens ist das auffällige orangefarbene Pickup-Fahrzeug der 30-jährigen Angeklagten. Mehrere Zeugen sollen den Wagen in den Tagen im Oktober 2025 in Güstrow und in der Region, in der später die Leiche des Kindes gefunden wurde, gesehen haben. Ob in allen Fällen die Angeklagte das Fahrzeug steuerte, ist bisher unklar. Die Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.
Die Tat und der Fund der Leiche
Laut Anklage soll die Ex-Freundin des Vaters von Fabian den Jungen am 10. Oktober 2025 von der Wohnung der Mutter in Güstrow abgeholt haben. Fabian war an diesem Tag allein zu Hause, da er sich krank meldete. Er lebte bei seiner Mutter, nachdem sich die Eltern 2018 getrennt hatten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, mit dem Jungen zu einem Wasserloch bei Klein Upahl gefahren und ihn dort mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Die Leiche wurde erst vier Tage später von der Polizei entdeckt, nachdem die Angeklagte die Einsatzkräfte auf den Fundort hingewiesen hatte. Eine Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden.
Motiv und Prozessverlauf
Nach Überzeugung der Anklagebehörde soll der achtjährige Junge der Beziehung zwischen der Ex-Freundin und dem 35-jährigen Vater im Weg gestanden haben. Die Verteidigung der Angeklagten hat die Tat bisher bestritten. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Holger Schütt will das Urteil Anfang Juli verkünden. Der Prozess wird in den kommenden Tagen mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt.



