Zwei Tage nach der tödlichen Amokfahrt eines 33-Jährigen in Leipzig herrscht weiter Rätselraten über dessen Beweggründe. Die Ermittler gehen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv aus. Der Täter habe den Erkenntnissen nach „im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit“ gehandelt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Von ihm gehe weiterhin Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus. Deswegen wurde er auf Anordnung eines Ermittlungsrichters in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.
Haftbefehl wegen zweifachen Mordes
Der Deutsche steht den Angaben zufolge in dringendem Tatverdacht des zweifachen Mordes sowie des versuchten Mordes in vier Fällen. Es sei wahrscheinlich, dass er weitere „Taten vergleichbarer Schwere begehen wird“, hieß es von der Staatsanwaltschaft Leipzig. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat laufen auf Hochtouren.
Stadt kündigt Sicherungsmaßnahmen an
Die betroffene Einkaufsstraße ist inzwischen wieder für Passanten freigegeben. Die Stadt Leipzig hat angekündigt, sie dauerhaft gegen das Befahren mit Fahrzeugen zu sichern. Die Maßnahmen sollen voraussichtlich an diesem Mittwoch umgesetzt werden. Konkrete Details zu den Sicherungsvorrichtungen wurden zunächst nicht genannt.
Am Montagnachmittag war der 33-jährige Deutsche aus Leipzig mit seinem Wagen in die Fußgängerzone gefahren und hatte mehrere Menschen angefahren. Zwei Menschen starben, sechs weitere wurden verletzt – zwei von ihnen schwer. Die Opfer sind zwischen 20 und 60 Jahre alt.
Trauer und Anteilnahme in der Stadt
Seit der Tat herrscht große Trauer und Fassungslosigkeit in Leipzig. Viele Menschen haben Kerzen und Blumen niedergelegt und bei Andachten der Opfer gedacht. Sachsens Regierung ordnete Trauerbeflaggung an allen Gebäuden von Behörden und Dienststellen des Freistaates an. „Unser Mitgefühl gilt den Familien und Angehörigen der Opfer“, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). „In Gedanken sind wir bei ihnen und allen, die von diesem schrecklichen Ereignis betroffen sind.“ Auch in der Nikolaikirche fand eine Gedenkveranstaltung statt, an der zahlreiche Bürger teilnahmen.
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, sich zu melden. Die Hintergründe der Tat bleiben vorerst unklar, die Behörden arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung.



