Pferde nach Feuerwerk ausgebüxt: Besitzerin soll 12.000 Euro zahlen
Pferde ausgebüxt: 12.000 Euro Rechnung für Feuerwehr

Hannover – Ein Feuerwerk im letzten Sommer versetzte die Stute Charlotte und den Wallach Chester von Hobby-Reiterin Stefanie Kornatz-Böhme in Panik. Die Tiere durchbrachen den Elektrozaun und wurden von einer S-Bahn überfahren. Doch die Besitzerin muss nicht nur den Verlust ihrer geliebten Pferde verkraften, sondern auch eine saftige Rechnung der Feuerwehr für die Bergung der Tiere begleichen.

Feuerwehr-Rechnung über 12.371,52 Euro

Die Gemeinde Wedemark stellte der Pferdehalterin eine detaillierte Aufstellung der Kosten zu: Demnach waren 20 Feuerwehrleute zwischen zwei und dreieinhalb Stunden im Einsatz. Pro halber Stunde werden 79,71 Euro pro Einsatzkraft berechnet. Hinzu kommen Kosten für fünf Fahrzeuge, für die ein Halbstunden-Satz von bis zu 258 Euro anfällt. Die Gesamtsumme beträgt 12.371,52 Euro – zahlbar innerhalb eines Monats.

Besitzerin empört über hohe Forderung

„Das ist eine Sauerei“, schimpft Stefanie Kornatz-Böhme. „Es ist schon schlimm genug, dass meine Stute Charlotte und mein Wallach Chester so brutal ums Leben kamen. Und jetzt versetzt mir diese Rechnung einen weiteren Stich ins Herz. Ich frage mich, warum es 20 Feuerwehrleute braucht, um zwei tote Tiere zu bergen.“

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Gemeinde rechtfertigt Einsatzumfang

Die Gemeinde Wedemark erklärte: „Ein erheblicher Teil der Arbeiten bestand in der technischen Bergung der Tiere. Diese mussten unter schwierigen Bedingungen in Teilen aus dem Zug entfernt werden, was den Einsatz von Spezialgerät und entsprechend geschultem Personal erforderte.“ Zudem hätten die Einsatzkräfte die Unfallstelle umfassend abgesichert, Fahrgäste aus dem Zug evakuiert, den Bereich abgeschirmt und das Gleisbett gereinigt.

Kritik am Feuerwerk ohne Vorwarnung

Die Pferdehalterin zeigt auch Unverständnis für die Umstände des Feuerwerks: „Es waren zu dieser Zeit kaum Leute im Zug. Außerdem frage ich mich, wie es sein kann, dass mitten im Sommer ein Großfeuerwerk genehmigt wird, ohne die Bevölkerung zu informieren. Hätte ich das gewusst, hätte ich in dieser Zeit meine Pferde in den Stall geholt.“

Da die Raketen durch eine Feuerwerksfirma gezündet wurden, sei laut Gemeinde keine Genehmigung erforderlich gewesen. „Es muss uns lediglich bis zu 14 Tage vorher angemeldet werden“, so ein Sprecher. Er versprach, künftig Veranstalter zu bitten, auf Böller zu verzichten. Außerdem soll auf der Homepage der Gemeinde künftig auf anstehende Feuerwerke hingewiesen werden.

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