Zwei Wochen nach der schweren Pyrotechnik-Explosion in einem Wald bei Neu Krenzlin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) plant die Polizei für Dienstag die Befragung eines der beiden schwer verletzten Kinder. Es handelt sich um die zehnjährige Maria, die im Beisein ihrer Mutter angehört werden soll, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Das Mädchen sei als direkt Betroffene eine wichtige Zeugin für die Aufklärung des Vorfalls mit „gravierendem Ausgang“. Der Polizeisprecher betonte jedoch: „Die Kinder haben sich aber nichts vorzuwerfen.“
Schwere Verletzungen bei den Kindern
Maria erlitt durch die heftige Detonation Verletzungen im Gesicht und an den Trommelfellen. Ihr neunjähriger Spielgefährte Ben verlor beide Hände und sein Augenlicht. In der ersten Polizeimeldung zum Unglück war zunächst „ein pyrotechnisches Erzeugnis“ als Ursache genannt worden.
Ermittlungen laufen noch gegen unbekannt
Die Polizei hält sich weiterhin bedeckt, was genau im Wald explodierte und wie es zur Detonation kam. Aus ermittlungstaktischen Gründen wolle man Vermutungen über Art und Herkunft des Sprengmittels derzeit nicht kommentieren, erklärte der Sprecher, um mögliche Ermittlungserfolge nicht zu gefährden. Die Ermittlungen richten sich derzeit noch gegen unbekannt.
Spezialisten für Sprengstoffermittlungen im Einsatz
An der Untersuchung der Explosion sind speziell für Spreng- und Brandorte ausgebildete Beamte beteiligt. Zu ihren Aufgaben gehören die Spurensuche, die Analyse von explosiven Stoffen und aufgefundenen Fragmenten sowie die Recherche über mögliche Bezugsquellen, wie das Bundeskriminalamt beschreibt.
Marias Gesundheitszustand und Ausblick
Maria ist nach einem zweiwöchigen Klinikaufenthalt wieder zu Hause. Ihr Schulfreund Ben liegt weiterhin im Krankenhaus. Auch er kommt als Zeuge infrage, doch der Polizeisprecher meint: „Das wird sich vermutlich aber noch länger hinziehen.“ Ben lag mehrere Tage im künstlichen Koma und wurde bereits mehrfach operiert.
Zeugen, die am 19. April zwischen 14 und 15:30 Uhr im Bereich Neu Krenzlin und Göhlen relevante Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich beim Polizeihauptrevier Ludwigslust unter der Nummer 03874 / 4110 zu melden.



