Polizei warnt vor manipulierten Online-Rechnungen: Betrüger erbeuten 62.000 Euro
Polizei warnt vor Betrug mit manipulierten Online-Rechnungen

Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche mit manipulierten Online-Rechnungen

Für Unternehmen und Selbstständige gehören Rechnungen per E-Mail längst zum Alltag. Ein schneller Klick, eine Überweisung – und die Sache ist erledigt. Genau diese Routine machen sich Kriminelle zunutze, indem sie Rechnungen unbemerkt manipulieren und Zahlungen auf eigene Konten umleiten. Polizei sowie Industrie- und Handelskammern warnen bereits seit geraumer Zeit vor dieser gefährlichen Betrugsmasche.

Leipziger Fall zeigt reale Gefahr: Fahrschule verliert 62.000 Euro

Wie real die Bedrohung ist, verdeutlicht ein aktueller Vorfall aus Leipzig, über den der MDR berichtete. Eine Fahrschule überwies rund 62.000 Euro für einen neuen Audi Q5. Das Geld landete jedoch nicht beim Autohaus, sondern bei Betrügern. Der Schwindel flog erst etwa eine Woche später auf, als ein Mitarbeiter des Autohauses nach dem Zahlungseingang fragte.

Die Fahrschule nannte die IBAN von der erhaltenen Rechnung, doch diese war dem Verkäufer unbekannt. Beim Vergleich der Dokumente zeigte sich: Das zugeschickte Papier war manipuliert worden. Während die echte Rechnung zwei Bankverbindungen enthielt, wies die gefälschte Version nur eine auf – und genau diese führte direkt zu den Tätern.

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Vertrauenswürdige IBAN täuscht Sicherheit vor

Die verwendete IBAN gehörte zu einem Konto bei einer spanischen Bank. Da diese eine deutsche Niederlassung betreibt, begann die Nummer mit „DE“ und wirkte somit vertrauenswürdig. Auch der angegebene Kontoinhaber hatte keinerlei Verbindung zum Autohaus. Die Polizei wurde umgehend eingeschaltet.

Immerhin konnte ein Teil des Geldes gesichert werden. Das Konto war der Bank bereits wegen verdächtiger Aktivitäten aufgefallen, sodass die Summe eingefroren wurde. Laut Polizeiangaben ist es wahrscheinlich, dass mehrere Geschädigte auf dieselbe IBAN überwiesen haben.

Wie Kriminelle an die Daten gelangen

Nach Einschätzung der Ermittler verschaffen sich die Täter häufig Zugriff auf E-Mail-Konten, etwa über gestohlene Passwörter aus Datenlecks, die im Darknet gehandelt werden. Sie lesen E-Mails mit, fangen Rechnungen ab, ändern die Kontodaten und verschicken die manipulierten Dokumente dann erneut.

Banken und Polizei raten dringend zu folgenden Sicherheitsmaßnahmen:

  • Bankverbindungen stets sorgfältig prüfen
  • Bei Änderungen telefonisch nachfragen
  • Bei Verdacht sofort Polizei und Bank informieren

Diese Vorsichtsmaßnahmen können helfen, finanzielle Schäden durch derartige Betrugsversuche zu vermeiden.

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