Fläschchen mit Polonium-Aufschrift in Vaihingen: Erste Entwarnung nach Ostereiersuche-Fund
Polonium-Fläschchen in Vaihingen: Erste Entwarnung

Mysteriöser Fund bei Ostereiersuche: Fläschchen mit Polonium-Aufschrift sorgt für Großeinsatz

Bei einer privaten Ostereiersuche in Vaihingen an der Enz haben zwei Männer ein beunruhigendes Objekt entdeckt: ein weißes Kunststofffläschchen mit rotem Deckel, das mit der Aufschrift „Polonium 210“ versehen war. Der Fund im Vorgarten eines Hauses am Ortsrand der im Nordosten von Stuttgart gelegenen Stadt löste umgehend einen massiven Einsatz von Polizei und Feuerwehr aus.

Erste Entwarnung vom Umweltministerium

Das baden-württembergische Umweltministerium gab am Tag nach dem Vorfall eine vorsichtige erste Entwarnung. „Die erste Einschätzung von unseren Fachleuten ist, dass es sich bei dem Fund nicht um Polonium 210 handelt“, erklärte eine Sprecherin. Gleichzeitig betonte sie jedoch, dass diese Einschätzung noch nicht endgültig sei. Das Fläschchen wurde zur genaueren Analyse an die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) in Karlsruhe überstellt.

Großaufgebot an Einsatzkräften

Der Fund führte zu einem bemerkenswerten Großeinsatz:

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  • Insgesamt waren 138 Einsatzkräfte mit 41 Fahrzeugen vor Ort
  • Ein Strahlenschutzzug und ein Gefahrgutzug wurden alarmiert
  • Eine Fachberaterin für Strahlenschutz, die beruflich in einem Kernkraftwerk tätig ist, unterstützte die Maßnahmen
  • Ein Experte des Landeskriminalamtes (LKA) war ebenfalls im Einsatz

Der Bereich um den Fundort wurde abgesperrt, Anwohner mussten zeitweise ihre Wohnungen verlassen. Nach dem Abtransport des Fläschchens durch Experten des Landesumweltministeriums wurde das Wohngebiet wieder freigegeben.

Messungen zeigen keine Radioaktivität

Entgegen der zunächst ernsten Lage blieben alle Messungen im Umfeld des Fläschchens negativ. Es wurde keine Radioaktivität festgestellt, und die beiden Finder blieben unverletzt. Kreisbrandmeister Andy Dorroch hatte zunächst die Echtheit des Fundes für möglich gehalten: „Das Behältnis passt zum Stoff. Der Stoff ist auch nicht irgendwie handschriftlich draufgekritzelt, sondern der ist sauber offiziell beschriftet“, erklärte er. Zudem wies das Fläschchen mit geschätzten 200 Gramm ein für Polonium 210 passendes Gewicht auf.

Bürgermeister betont Bedeutung der Vorbereitung

Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth hob die Bedeutung solcher Einsätze für die Sicherheit der Bürger hervor: „Für die Bürgerinnen und Bürger ist es beruhigend zu wissen, dass im Fall der Fälle verlässliche Abläufe für größtmögliche Sicherheit sorgen“, sagte er. Gleichzeitig äußerte er den Wunsch, dass sich der Vorfall als Fehlalarm herausstellen möge.

Hintergrund: Die Gefährlichkeit von Polonium 210

Polonium 210 ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität, das besonders gefährlich wird, wenn es eingeatmet oder über offene Wunden aufgenommen wird. Der Stoff erlangte traurige Berühmtheit durch den Fall des Putin-Kritikers Alexander Litwinenko, der 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210 starb.

Weitere Ermittlungen stehen an

Die Polizei ermittelt bereits, wie das Fläschchen in den Vorgarten gelangen konnte. Sollte tatsächlich Polonium 210 nachgewiesen werden, würde der Stoff dekontaminiert und fachgerecht entsorgt werden. Das Landeskriminalamt könnte die Ermittlungen übernehmen, wie eine Sprecherin mitteilte.

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