Gerichtsprozess in Nürnberg: BMW-Fahrerin soll Ex-Freund in Tankstelle totfahren wollen
Prozess: Frau soll Ex in Tankstelle mit BMW töten wollen

Prozessauftakt mit schweren Vorwürfen in Nürnberg

Mit Fußfesseln an den Beinen betrat Alina T. (43) den Gerichtssaal des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Die Angeklagte, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, hielt ein Getränk in der Hand und nahm wortlos hinter ihrem Verteidiger Platz. Ihr wird ein besonders brutaler Angriff vorgeworfen: Laut Anklage versuchte sie am 3. Juli 2025, vier Menschen in einer Tankstelle an der Autobahn 9 bei Hilpoltstein kaltblütig zu töten – ihren Ex-Freund Dino T. (26) und drei zufällig anwesende Passanten.

Der Abend der Eskalation an der A9

Alles begann an einer Raststätte auf der A9 in Bayern. Alina T. geriet dort mit ihrem getrennt lebenden Partner Dino T. in einen heftigen Streit. Nachdem ihr Ex-Lebensgefährte aus dem silbernen BMW X1 ausgestiegen war, um Zigaretten an der Tankstelle zu kaufen und auf einen Bekannten zu warten, folgte sie ihm. Es kam zu handgreiflichen Auseinandersetzungen und Schubsereien. Als Dino T. schließlich das Handy der Angeklagten zerstörte, kippte die Stimmung endgültig.

Laut Staatsanwaltschaft stieg Alina T. kurz vor 22 Uhr wieder in ihr Fahrzeug, gab Vollgas und steuerte direkt auf ihren Ex-Partner zu. Im letzten Moment konnte dieser zur Seite springen. Doch die Angeklagte drehte um und beschleunigte erneut. Dino T. flüchtete daraufhin in den Verkaufsraum der Tankstelle – seine Verfolgerin raste mit dem BMW hinterher und krachte durch die gläserne Eingangstür.

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Chaos, Verletzungen und lebensgefährliche Drohungen

Das Fahrzeug blieb im Türrahmen stecken. Glassplitter und Trümmerteile flogen durch den Raum, Teile der Tür begruben den flüchtenden Dino T. Drei Zeugen wurden durch herumfliegende Splitter verletzt. Inmitten des Chaos, der Schreie und der Panik stieg die Angeklagte aus dem Wagen, griff eine Glasscherbe und stach mehrfach auf ihren am Boden liegenden Ex-Freund ein. „Ich töte dich!“ soll sie dabei geschrien haben. Erst als ein Zeuge eingriff und sie vom Opfer weg riss, endete der Angriff – doch nicht, bevor sie noch Bierflaschen geworfen hatte.

Schwere Verletzungen und lange Folgen

Dino T. überlebte den Angriff mit schweren Verletzungen: einer Daumen- und Stirnbeinfraktur sowie einer Gehirnerschütterung. Fotografien, die im Gerichtssaal gezeigt wurden, dokumentieren zahlreiche Schnitt- und Schürfwunden am gesamten Körper. Der Geschädigte verbrachte Tage im Krankenhaus und war monatelang arbeitsunfähig. Die physischen und psychischen Folgen des Vorfalls werden ihn noch lange begleiten.

Das Gericht sucht nach Antworten

Jetzt muss das Landgericht Nürnberg-Fürth klären, ob es sich bei der Tat tatsächlich um versuchten Mord an vier Menschen handelt. Die Angeklagte selbst schweigt bislang zu den Vorwürfen. Die Verhandlung wird sich voraussichtlich bis Ende April hinziehen, während die Beweisaufnahme und Zeugenvernehmungen weitere Details ans Licht bringen sollen. Der Fall wirft nicht nur Fragen nach den Motiven der Täterin auf, sondern auch nach den Sicherheitsvorkehrungen an öffentlichen Orten wie Tankstellen.

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