Prozess gegen Blaulicht-Fotografen in Dessau: 17 Brände für Fotos gelegt
Prozess gegen Blaulicht-Fotografen: 17 Brände für Fotos

Prozess gegen Blaulicht-Fotografen in Dessau: 17 Brände für exklusive Fotos gelegt

Vor dem Landgericht in Dessau steht diese Woche der Start eines aufsehenerregenden Prozesses bevor. Zwei inhaftierte Angeklagte aus Bitterfeld-Wolfen und Zörbig im Alter von 23 und 33 Jahren müssen sich wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, insgesamt 17 Brände gelegt zu haben, davon zwei im Versuch. Die Männer waren in der Region als sogenannte Blaulichtfotografen bekannt und sollen ihre kriminelle Energie nun in einem spektakulären Verfahren offenbaren.

Brandstiftung für exklusive Aufnahmen und Profit

Nach den umfangreichen Ermittlungen der Behörden sollen die beiden Angeklagten im Zeitraum vom 25. Juni bis zu ihrer Festnahme am 24. September im Raum Bitterfeld-Wolfen und Umgebung gezielt Brände gelegt haben. Ihre Opfer waren leerstehende Gebäude, Waldstücke und landwirtschaftlich genutzte Grundstücke. Zu den betroffenen Objekten zählen unter anderem eine ehemalige Gaststätte in Roßdorf, ein leerstehender Discounter in Wolfen und das historische Bahnhofsgebäude in Raguhn. Bei diesem letzten Feuer konnten die Täter schließlich gestellt werden.

Das handlungsleitende Motiv der Angeklagten war laut Angaben aus dem Landgericht besonders perfide: Sie sollen die Brände absichtlich gelegt haben, um unmittelbar an den Tatorten exklusives Video- und Bildmaterial von den anschließenden Feuerwehreinsätzen anzufertigen. Dieses Material wollten sie dann auf Social-Media-Kanälen verbreiten und durch lukrative Verkäufe an andere Medien vermarkten. Ein zynisches Geschäftsmodell, das Menschenleben und Eigentum gefährdete.

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Hoher Sachschaden und umfangreiche Verhandlung

Der bei den Feuern entstandene Sachschaden ist bereits jetzt auf mindestens 500.000 Euro bezifferbar, wobei die endgültige Summe möglicherweise noch höher ausfallen könnte. Die Brände haben nicht nur erhebliche materielle Verluste verursacht, sondern auch die Sicherheit in der Region beeinträchtigt. Für die Hauptverhandlung, die am Freitag, den 20. März, vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Dessau beginnt, sind bislang neun Verhandlungstage angesetzt. Dies unterstreicht die Komplexität und Schwere der Vorwürfe.

Die Angeklagten, die bisher in Haft sitzen, müssen sich nun den Konsequenzen ihrer mutmaßlichen Taten stellen. Der Prozess wird nicht nur die rechtlichen Aspekte der Brandstiftung beleuchten, sondern auch Fragen zur Ethik im Journalismus und der Fotografie aufwerfen. Die Region Dessau und Umgebung blickt gespannt auf die Entwicklungen, die in den kommenden Wochen vor Gericht verhandelt werden.

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