Hamburger Prozess: 1,8 Tonnen Kokain in Container entdeckt - Zeuge alarmierte Polizei
Prozess um 1,8 Tonnen Kokain in Hamburg - Zeuge alarmierte Polizei

Riesiger Drogenfund in Hamburg: Prozess um 1,8 Tonnen Kokain beginnt

Ein spektakulärer Drogenprozess hat am Landgericht Hamburg begonnen. Ein 34-jähriger Mann aus Bremen muss sich wegen Beihilfe zum Handel mit fast 1,8 Tonnen Kokain verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seinen Transporter für den Abtransport der gewaltigen Rauschgiftmenge aus einem Container zur Verfügung gestellt zu haben.

Zufällige Entdeckung durch aufmerksamen Zeugen

Die Polizei erfuhr nur durch einen glücklichen Zufall von dem riesigen Kokainschmuggel. In der Nacht zum 15. Dezember 2023 beobachtete ein Lkw-Fahrer im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg eine verdächtige Umladeaktion. Der Zeuge, der gerade sein Fahrzeug abgestellt hatte und zu einer Toilette ging, alarmierte umgehend die Polizei. Die Beamten fanden bei ihrem Einsatz 1.794 Kilogramm Kokain, versteckt in 1.800 Päckchen unter Bananenkartons.

Flucht der Täter und Sicherstellung der Beweise

Der Fahrer des Container-Sattelzuges soll die mit dem Umladen beschäftigten Männer gewarnt haben, woraufhin diese unerkannt flüchteten. Die Polizei konnte jedoch den Transporter des Angeklagten sicherstellen. Am folgenden Tag meldete der 34-Jährige sein Fahrzeug bei der Bremer Polizei als gestohlen – laut Anklage ein Versuch, seine Beteiligung am Kokainhandel zu verschleiern. Er behauptete, den Transporter am Vortag verkauft zu haben, bevor der Käufer den kompletten Kaufpreis gezahlt hatte.

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Später stellte die Polizei auch ein Auto sicher, mit dem die Verdächtigen geflohen waren. Im Navigationsgerät fanden sich Telefonnummern, die sich ebenfalls auf dem Handy des Angeklagten befanden. Der Seecontainer war am O'Swaldkai im Hamburger Hafen umgeschlagen worden und sollte eigentlich am folgenden Tag zum Zoll gebracht werden.

Vorbestrafter Angeklagter kündigt Aussage an

Der Angeklagte ist bereits vorbestraft. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters wurde er in Bremen verurteilt, weil er einen Lastwagen fuhr, in dem die Polizei 48 Kilogramm Kokain fand. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Igor Janjevski, kündigte für den nächsten Verhandlungstag am 24. Februar eine Aussage seines Mandanten an. Diese werde besonders für die Staatsanwaltschaft interessant sein, da einige Namen auftauchten. „Da ist einiges zu holen“, sagte Janjevski.

Rekordmengen an Kokain in Deutschland

Über die Sicherstellung der ungewöhnlich großen Menge berichteten seinerzeit weder Polizei noch Zoll. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden im Rekordjahr 2023 in Deutschland mindestens 43 Tonnen Kokain sichergestellt, davon rund 34 Tonnen allein in Hamburg. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten nun Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie falsche Verdächtigung vor.

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