R. Kelly in Einzelhaft nach Fund von Ex-Gefängnisdirektor-Nummer
Der verurteilte R&B-Sänger R. Kelly (59) befindet sich erneut im Zentrum einer Gefängniskontroverse in den USA. Nachdem in seinem persönlichen Notizbuch die private Telefonnummer eines inzwischen pensionierten Gefängnisdirektors entdeckt wurde, haben die Behörden den Sexualstraftäter in die Special Housing Unit (SHU) verlegt – also in Einzelhaft.
Hintergrund der Ermittlungen in North Carolina
R. Kelly verbüßt derzeit in der Federal Correctional Institution in Butner, North Carolina, eine mehrjährige Haftstrafe wegen Erpressung, Sexhandel und Missbrauch Minderjähriger. Der jüngste Vorfall kam ans Licht, als bei einer routinemäßigen Zellendurchsuchung das Notizbuch des Sängers mit der besagten Telefonnummer sichergestellt wurde.
Laut Angaben seines Anwalts Beau Brindley (48) beteiligte sich Kelly an einem Mentorenprogramm innerhalb der Haftanstalt, das von dem nun pensionierten Gefängnisdirektor geleitet wurde. Dieser habe dem Inhaftierten angeblich seine private Nummer übergeben, um bei Fragen zum Programm erreichbar zu bleiben.
Wie die Nummer entdeckt wurde
Die Entdeckung erfolgte im Zuge einer Untersuchung, nachdem Kellys Zellengenosse mit einem verbotenen Mobiltelefon erwischt worden war. Bei der darauf folgenden Durchsuchung stießen die Beamten auf das Notizbuch mit der verdächtigen Kontaktinformation.
Die US-Gefängnisbehörden untersuchen nun intensiv, ob es sich bei dem Kontakt um einen harmlosen Programmaustausch handelt oder ob unzulässige Kommunikation stattgefunden hat, die gegen die Gefängnisregeln verstößt. Das Federal Bureau of Prisons äußerte sich auf Anfrage nicht zu den laufenden Ermittlungen, verwies jedoch auf Datenschutz- und Sicherheitsbedenken.
Reaktionen und bisherige Vorfälle
Dies ist nicht das erste Mal, dass R. Kelly während seiner Haftzeit für Schlagzeilen sorgte. Bereits zuvor musste der Sänger nach einer Medikamentenüberdosis vorübergehend ins Krankenhaus eingeliefert werden, wobei er selbst von Morddrohungen sprach.
Sein Anwalt verteidigt den Kontakt zum Ex-Gefängnisdirektor als Teil des offiziellen Mentorenprogramms und betont, dass Kelly sich rehabilitieren und anderen Insassen helfen wolle. Die Ermittler prüfen jedoch sorgfältig, ob hier möglicherweise Gefängnisregeln umgangen wurden.
Die Entscheidung, Kelly in Einzelhaft zu verlegen, erfolgte als Vorsichtsmaßnahme für die Dauer der Untersuchungen. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen diese Ermittlungen für den verurteilten Sänger haben werden.



