Rassistische Gesänge bei Teenager-Party in Brandenburg: Clubchef reagiert auf Empörung
Rassistische Parolen bei Teenie-Party in Brandenburg

Rassistische Gesänge bei Teenager-Party in Brandenburg lösen Empörung aus

Bei einer Teenager-Party in einem Club im brandenburgischen Falkenberg im Landkreis Elbe-Elster haben mehrere Jugendliche rassistische Parolen zum bekannten Partyhit „L'Amour toujours“ gegrölt. In einem auf Instagram veröffentlichten Video ist deutlich zu hören, wie die Anwesenden mehrfach „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ rufen. Das Video sorgt seit seiner Veröffentlichung für massive Empörung in den sozialen Netzwerken und hat auch die politische Führung des Landes auf den Plan gerufen.

Clubchef bedauert Vorfall und kündigt Maßnahmen an

Zur Teenie-Disco am vergangenen Samstag hatten sich etwa 100 bis 150 Kinder und Jugendliche ab elf Jahren im „Blue Velvet“ versammelt, wie der Betreiber Tino Veit der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Veit äußerte sein tiefes Bedauern über den Vorfall und betonte: „Ich bedaure zutiefst, was aus dem Lied gemacht wurde, gerade bei einer Kinderveranstaltung.“ Der Clubchef versicherte, künftig seine DJs besser auf solche Situationen vorbereiten zu wollen, um schneller reagieren zu können. Er bezeichnete sich selbst als offen und erklärte, gegen jede radikale Haltung einzustehen.

Der Betreiber schilderte eine „schwierige Situation“ am besagten Samstag: Der geplante DJ sei nicht erschienen, und während der Suche nach Ersatz habe er zunächst eine Playlist abgespielt. Dabei erklang das Lied „L'Amour toujours“ – und dazu die rassistischen Parolen. In dieser Zeit sei er mit der Organisation beschäftigt gewesen. Ein später eingetroffener Ersatz-DJ habe das Lied ein weiteres Mal abgespielt und sei von der Reaktion der Jugendlichen überrascht gewesen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ministerpräsident Woidke zeigt sich fassungslos

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke reagierte umgehend auf den Vorfall und kritisierte auf Instagram, dass es zwei Liedschleifen gedauert habe, bis jemand eingeschritten sei. Der SPD-Politiker schrieb: „Jugendliche grölen Naziparolen und keiner greift ein. Ich bin fassungslos. Wir dürfen dazu niemals schweigen!“ Woidkes deutliche Worte unterstreichen die politische Dimension des Vorfalls und die Notwendigkeit, solchen Tendenzen entschieden entgegenzutreten.

Erst als der Clubbetreiber bemerkte, dass die Situation zu eskalieren drohte, ging er auf die Bühne, drehte die Musik leiser und wies darauf hin, dass der gerufene Text nicht in das Lied gehöre. Diese späte Intervention wird von vielen Beobachtern als unzureichend kritisiert.

Historischer Kontext des Liedes

Der Partyhit „L'Amour toujours“ ist mehr als 20 Jahre alt und zeichnet sich durch einen textlosen Refrain aus. Leider wird der Song immer wieder für rassistische Parolen missbraucht. Bereits 2024 hatte ein Video für große Empörung gesorgt, das Besucher einer Bar auf der Nordsee-Insel Sylt zeigte, die zu der gleichen Melodie „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“ riefen. Dieser historische Kontext macht deutlich, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, sondern um ein wiederkehrendes Problem in der Partyszene.

Die aktuellen Ereignisse in Falkenberg werfen ernste Fragen auf:

  • Wie können Betreiber von Jugendveranstaltungen besser auf solche Vorfälle vorbereitet werden?
  • Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Verbreitung und Thematisierung solcher Inhalte?
  • Wie lässt sich präventiv gegen rassistische Tendenzen unter Jugendlichen vorgehen?

Der Vorfall zeigt, dass trotz aller Aufklärungsarbeit weiterhin Handlungsbedarf besteht, um rassistische Äußerungen in der Öffentlichkeit, insbesondere unter jungen Menschen, entschieden zu bekämpfen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration