Raubüberfall nach Autoverkauf? Drei Männer vor Berliner Landgericht
Raubüberfall nach Autoverkauf: Drei Männer vor Gericht

Raubüberfall nach privatem Autoverkauf: Drei Männer vor Berliner Landgericht

Drei Männer müssen sich vor dem Berliner Landgericht wegen eines mutmaßlichen Raubüberfalls verantworten, der sich im Zusammenhang mit einem privaten Autoverkauf ereignet haben soll. Die Angeklagten im Alter von 26 und 27 Jahren sollen den 34-jährigen Verkäufer brutal attackiert und ausgeraubt haben, nachdem dieser seinen Wagen über das Internet angeboten hatte.

Anklage: Geplante Falle mit brutaler Gewalt

Laut der Staatsanwaltschaft kaufte der 27-jährige Angeklagte im Mai 2024 zunächst ein fast 20 Jahre altes Fahrzeug für 1.900 Euro von dem Opfer. Am darauffolgenden Tag rief er den Verkäufer jedoch an und forderte unter dem Vorwand angeblicher Mängel eine Rückabwicklung des Geschäfts. Beide Seiten einigten sich angeblich auf eine Rückzahlung von 1.500 Euro.

Die Anklage wirft den Männern jedoch vor, dass sie von Anfang an planten, sowohl das Auto als auch das Rückgeld gewaltsam an sich zu bringen. Unter einem Vorwand lockten sie den Verkäufer in Berlin-Marzahn in das Fahrzeug, wo sie ihn zur Herausgabe des Geldes aufforderten.

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Brutaler Angriff mit Gürtel und Schlägen

Der 34-Jährige konnte zunächst aus dem Auto flüchten, wurde jedoch von den Angeklagten gestoppt und zu Boden gebracht. Einer der mutmaßlichen Angreifer schlug mit einem Gegenstand auf den Kopf des Opfers ein. Als der Verkäufer am Boden lag, trat und schlug die Gruppe weiter auf ihn ein – laut Anklage wurde dabei auch ein Gürtel als Waffe eingesetzt.

Die Anklage lautet auf schweren Raub und gefährliche Körperverletzung. Die Ermittler gehen von einer gezielten und geplanten Tat aus, bei der die angeblichen Fahrzeugmängel nur als Vorwand dienten.

Verteidigung: Notwehr nach Messerattacke

Zu Prozessbeginn wiesen die Angeklagten die Vorwürfe entschieden zurück. Der 27-Jährige erklärte über seinen Verteidiger, er habe bei einer ersten Probefahrt ein auffälliges Qualmen des Motors bemerkt. Bei der telefonischen Konfrontation sei es zum Streit gekommen: „Er nannte mich Lügner, ich nannte ihn Betrüger.“

Laut der Verteidigung sei es schließlich zu einer Einigung über die Rückabwicklung gekommen. Die beiden Mitangeklagten hätten ihn lediglich zu dem Treffen begleitet. Als es dann zum Streit um das Geld kam, habe der Verkäufer plötzlich ein Messer gezogen. „Ich zog meinen Gürtel aus der Hose und schlug, um ihn fernzuhalten“, so der 27-Jährige. In der folgenden Rangelei seien beide in ein Gebüsch gestürzt, Geld habe er nicht erhalten.

Prozess mit weiteren Verhandlungstagen

Der Prozess am Berliner Landgericht wird voraussichtlich noch mindestens zwei weitere Tage dauern. Die nächsten Verhandlungstermine sind bis zum 17. April angesetzt. Das Gericht muss nun klären, ob es sich um einen geplanten Raubüberfall oder eine Notwehrsituation handelte.

Die unterschiedlichen Darstellungen von Anklage und Verteidigung versprechen eine intensive Beweisaufnahme. Während die Staatsanwaltschaft von einer brutalen und vorsätzlichen Tat ausgeht, betonen die Angeklagten, sie hätten sich lediglich gegen eine bewaffnete Bedrohung gewehrt.

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