Kirchen planen für den Kriegsfall: Internes Papier bereitet Seelsorge auf NATO-Bündnisfall vor
Kirchen planen Seelsorge für Kriegsfall: Internes Papier enthüllt

Kirchen bereiten sich auf möglichen Krieg vor: Internes Papier enthüllt Pläne

Ein internes Arbeitspapier der beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland beschreibt detailliert, wie sich Protestanten und Katholiken auf einen Kriegsfall oder einen Bündnisfall der NATO vorbereiten. Das Dokument mit dem Titel „Ökumenisches Rahmenkonzept Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall“ wurde vor kurzem auf der Homepage der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlicht und birgt erheblichen politischen Sprengstoff.

Reaktion auf russische Bedrohungslage

Obwohl beide Kirchen grundsätzlich für friedliche Konfliktlösungen eintreten, stellt das von Militärseelsorgern erarbeitete Papier klar: „Alle relevanten Akteure aus Militär, Nachrichtendiensten und Wissenschaft warnen davor, dass Russland bereits vor Ende dieses Jahrzehnts in der Lage sein könnte, NATO-Gebiet anzugreifen.“ Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine zeige, dass solche Szenarien real werden könnten.

Anpassung an militärische Planungen

Die Kirchen orientieren sich mit ihrem Konzept am „Operationsplan Deutschland“ des Bundesverteidigungsministeriums. Dieser geht davon aus, dass Deutschland im NATO-Bündnisfall als wichtige Logistikdrehscheibe fungiert. Die kirchlichen Planungen berücksichtigen:

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  • Transporte von Verwundeten und Gefallenen
  • Große Fluchtbewegungen der Zivilbevölkerung
  • Einschränkungen in bisher unbekanntem Ausmaß
  • Erhöhten Bedarf an Militärseelsorge

Konkrete Maßnahmen der Kirchen

Das Papier beschreibt detaillierte Vorbereitungen für verschiedene Szenarien:

  1. Seelsorge in Krankenhäusern und bei der Überbringung von Todesnachrichten
  2. Begleitung von Kriegsgefangenen unter Nutzung von Erfahrungen aus der Gefängnisseelsorge
  3. Würdevolle Bestattungen für Gefallene mit besonderer Fürsorge für Angehörige
  4. Besondere Gottesdienste für die Zivilbevölkerung in Krisenzeiten
  5. Traumabewältigung für Heimkehrer aus Kampfgebieten

Kirchliche Orte als Schutzräume

„Für die Zivilbevölkerung werden besondere Gottesdienste und Veranstaltungen angeboten, die sich mit der Situation im Spannungs-, Bündnis- oder Verteidigungsfall auseinandersetzen“, heißt es in dem Dokument. Kirchliche Gebäude sollen dabei als Schutzräume und Zufluchtsstätten fungieren. Das Papier betont die Notwendigkeit klarer Hierarchien und Strukturen – eine besondere Herausforderung für die eher basisdemokratisch organisierte evangelische Kirche.

Zeitenwende in den Kirchen

Noch vor wenigen Jahren wären solche Planungen in kirchlichen Kreisen undenkbar gewesen. Doch die im vergangenen Jahr veröffentlichte Friedensdenkschrift der EKD hatte bereits eine „Notwendigkeit der Verteidigungsfähigkeit“ betont. Bereits vor zwei Jahren hatte der Militärbischof der Evangelischen Kirche, Bernhard Felmberg, einen „geistlichen Operationsplan Deutschland“ angekündigt. Die jetzt veröffentlichten Pläne markieren eine deutliche Veränderung im kirchlichen Selbstverständnis angesichts geopolitischer Bedrohungen.

Das interne Papier zeigt, dass sich die Kirchen auf eine mögliche Eskalation der Sicherheitslage in Europa vorbereiten und ihre seelsorgerischen Strukturen entsprechend anpassen wollen. Die Reaktionen pazifistischer Kreise auf diese Neuausrichtung bleiben abzuwarten.

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