Italienische Schwergewichte wittern Chance bei Union-Verteidiger
Turbulente Tage erlebt der ghanaische Nationalspieler Derrick Köhn. Nach seiner sehenswerten Vorlage im Länderspiel gegen Deutschland (Endstand 1:2) haben sich gleich zwei italienische Top-Klubs für den 27-jährigen Verteidiger von Union Berlin erwärmt. Wie aus informierten Kreisen verlautet, zeigen sowohl die AS Rom als auch Juventus Turin konkretes Interesse an einer Verpflichtung des vielseitigen Linksfußes.
Beobachtung und Wechselgedanken
Die Scouts beider Vereine haben Köhns starke Leistung im Montagsspiel genau analysiert und sind zu einem positiven Urteil gelangt. Auch der Spieler selbst soll einen Wechsel in Betracht ziehen, wie vertrauliche Informationen nahelegen. Erst im vergangenen Sommer wechselte Köhn vom türkischen Meister Galatasaray Istanbul nach Köpenick, wo er einen Vierjahresvertrag bis 2028 unterschrieb. Die Ablösesumme belief sich damals auf bis zu fünf Millionen Euro.
Unter Trainer Steffen Baumgart hat sich Köhn bei Union Berlin schnell als Stammkraft etabliert. In der laufenden Bundesliga-Saison kam der Hamburger bereits in 25 Spielen zum Einsatz, erzielte dabei ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Meist wird er als offensiver Außenverteidiger auf der linken Seite eingesetzt, wo seine dynamische Spielweise und seine Offensivqualitäten voll zur Geltung kommen. Seine Leistungskurve zeigt kontinuierlich nach oben.
Internationale Karriere im Aufwind
Der in Deutschland geborene Köhn durchlief zunächst die deutschen Jugendnationalmannschaften und absolvierte 2017 ein U19-Spiel gegen Zypern im DFB-Trikot. Im Jahr 2025 entschied er sich jedoch für einen Verbandswechsel zu Ghana, dem Geburtsland seiner Eltern. Sein Debüt für die ghanaische A-Nationalmannschaft gab er im November bei einer 0:2-Niederlage in Japan. Seitdem folgten zwei weitere Einsätze gegen Österreich (1:5) und zuletzt gegen Deutschland.
Doppelte Perspektive: WM und Europa
Für Köhn könnte der kommende Sommer besonders ereignisreich werden. Einerseits winkt die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada – trotz der überraschenden Entlassung seines Förderers Otto Addo als Nationaltrainer. Andererseits lockt mit einem Wechsel nach Italien die Rückkehr auf die europäische Klubebene.
Juventus Turin und die AS Rom befinden sich aktuell auf den Plätzen fünf und sechs der Serie A und würden sich damit für internationale Wettbewerbe qualifizieren. Köhn hatte im Winter erklärt: „Mein großer Traum ist es, mit Union in Europa zu spielen.“ Dieser Traum scheint in Köpenick bei Platz neun der Bundesliga aktuell in weite Ferne gerückt. In Italien könnte er sich diesen Wunsch jedoch erfüllen und gleichzeitig seine internationale Karriere weiter vorantreiben.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die italienischen Interessenten zu einem offiziellen Angebot durchringen können und ob Union Berlin bereit wäre, einen ihrer Leistungsträger in der laufenden Saison ziehen zu lassen.



