Staatsschutz: Razzia bei Neonazis in zwölf Bundesländern
Razzia bei Neonazis in zwölf Bundesländern

Seit dem frühen Morgen laufen in zwölf Bundesländern Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten. Nicht betroffen sind Baden-Württemberg, Thüringen, Hamburg und Bremen. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wirft 36 Personen die Bildung oder Mitgliedschaft in den kriminellen Vereinigungen „Jung und Stark“ sowie „Deutsche Jugend voran“ vor.

Hintergrund der Ermittlungen

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, herausgehobene Mitglieder der beiden Gruppierungen zu sein. Die meisten von ihnen stehen im Verdacht der Rädelsführerschaft. Gegen acht Beschuldigte wird zudem wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der jüngste Beschuldigte ist erst 16 Jahre alt. Festnahmen sind nicht geplant, es handelt sich ausschließlich um Durchsuchungen.

Gewalttaten gegen politische Gegner

Die Gruppen existieren laut Bundesanwaltschaft seit Mitte 2024, sind bundesweit organisiert und haben in den Ländern Regionalgruppen. „Deutsche Jugend voran“ tritt bisweilen unter dem Namen „Neue Deutsche Welle“ auf. Die Mitglieder vernetzen sich über soziale Medien und regelmäßige Treffen. Dabei wird zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen. Einige Beschuldigte sollen tatsächlich Angehörige der linken Szene oder Personen, die sie für pädophil hielten, angegriffen haben. Die Opfer wurden von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon.

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Angriffe auf CSD-Paraden

In den vergangenen Jahren gab es Störungen und Angriffe auf Paraden zum Christopher Street Day, der den Rechten lesbischer, schwuler und anderer queerer Menschen gewidmet ist. Das Bundeskriminalamt (BKA) erklärte Mitte 2025, dass die Polizeibehörden aus Bund und Ländern seit etwa Mitte 2024 beobachten, dass in der rechten Szene neue Jugendgruppen auftreten, die sich zunächst im virtuellen Raum gegründet haben. Diese treten inzwischen vermehrt durch Veranstaltungen, Störaktionen und Straftaten in Erscheinung.

Die größte dieser Gruppe war damals „Jung und Stark“ mit einer Anhängerzahl im mittleren dreistelligen Bereich. Die Anhängerzahl von „Deutsche Jugend Voran“ wurde auf mehr als hundert geschätzt. Weitere relevante Vereinigungen sind „Der Störtrupp“ sowie die Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“. Mutmaßliche Angehörige der „Letzten Verteidigungswelle“ stehen aktuell in Hamburg wegen mehrerer Gewalttaten vor Gericht.

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