Der Warnemünder Frühlingslandgang, ursprünglich als Stromerwachen bekannt, lockte am ersten Maiwochenende erneut Zehntausende in das größte Seebad an der deutschen Ostseeküste. Mit Bummelmeile, Drachenfest und Sandburgenwettbewerb wird traditionell die Sommersaison eingeläutet. Gleichzeitig markiert der Frühlingslandgang den Auftakt des Veranstaltungsjahres für den Warnemünde Verein. „Das ist unser erster saisonaler Höhepunkt“, sagt Stefanie Pensky, die neue Vorsitzende des mit 240 Mitgliedern größten Kultur- und Heimatvereins im Ostseebad. Der Verein zählt mittlerweile zu den wichtigsten Akteuren, wenn es um die Erhaltung und Entwicklung Warnemündes geht.
Verein setzt verstärkt auf Nachwuchsarbeit
Der Warnemünde Verein war es, der das Stromerwachen in den frühen 1990er-Jahren ins Leben rief. Heute wird das Ereignis in Kooperation mit der Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde organisiert. Auch beim jüngsten Frühlingslandgang veranstaltete der Verein wieder einen großen Kuchenbasar vor der Vogtei und gestaltete das Bühnenprogramm mit. „Wir haben besonderen Wert auf mehr Angebote für Kinder gelegt“, unterstreicht Stefanie Pensky. So traten auf der Bühne vor dem Leuchtturm unter anderem die bekannten Rostocker Murkels mit ihrer Kindershow auf. Damit wird eines der wichtigsten Ziele des neuen Vereinsvorstandes deutlich: „Wir wollen und müssen verstärkt Nachwuchsarbeit machen“, so die Vorsitzende.
Ende Februar wurde der gesamte Vereinsvorstand neu gewählt. Stefanie Pensky löste die langjährige Vorsitzende Astrid Voß ab. Den Posten der ersten stellvertretenden Vorsitzenden hat Jana Gutzmann-Endler von Ingeborg Regenthal übernommen. Es gehe in nächster Zeit vor allem darum, Kinder und Jugendliche an den Verein heranzuführen. „Wir wollen unseren Altersdurchschnitt im Verein von 69 Jahren deutlich senken“, sagt Stefanie Pensky. Geplant sind Plattdeutsch-Projekte in Kindertagesstätten und der Ausbau der Zusammenarbeit mit Schulen im Ostseebad. „Wir hätten auch gerne eine Kinder-Trachtengruppe.“
Traditionspflege und Geselligkeit im Fokus
Wichtig sei zudem die Traditionspflege und Förderung der Geselligkeit im Ort. „So ein schönes Rumschnacken“, nennt Vorstandsmitglied Stefanie Conrad. „Wir wollen uns mit anderen Vereinen vernetzen, um Synergien für Warnemünde zu schaffen.“ Dabei gehe es in erster Linie um das Miteinander der Einheimischen und nicht um Veranstaltungen für Touristen. „Unsere Mitglieder sollen sich durch uns gut betreut und mitgenommen fühlen“, ergänzt Stefanie Pensky. Und zudem sei es wichtig, dass „wir unsere bewährten Veranstaltungen in gewohnt guter Qualität über die Bühne bringen“, so Jana Gutzmann-Endler.
Vom „Niegen Ümgang“ bis zum „Stromeinschlafen“
Dazu zählt vor allem der „Niegen Ümgang“, der traditionelle Festumzug zur Eröffnung der Warnemünder Woche, in diesem Jahr am 4. Juli. „Das ist vom Aufwand her immer unsere größte Veranstaltung“, sagt Stefanie Pensky. Bis zu 3000 Teilnehmer hat der Umzug, darunter sämtliche Warnemünder Vereine. „Unsere Aufgabe liegt hier aber eher organisatorisch hinter den Kulissen.“ Der Warnemünde Verein sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Großveranstaltung.
Als neue Veranstaltung wird am 29. August im Kurhausgarten in Warnemünde erstmals zum „Frühstück am Meer“ eingeladen. „Schon jetzt haben wir dafür mehr als 250 Anmeldungen“, freut sich Jana Gutzmann-Endler. Und traditioneller Abschluss des Veranstaltungsjahres für den Warnemünde Verein ist immer das Brückenfest, dieses Jahr vom 8. bis 13. September. „Nach dem Stromerwachen Anfang Mai heißt das Brückenfest bei uns auch ‚Stromeinschlafen‘“, sagt Stefanie Conrad. „Dann wird es wieder ruhiger und das Dörfchen gehört wieder den Einheimischen.“



