Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat nach eigenen Angaben noch keine Entscheidung über die Nachfolge der zurückgetretenen Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) getroffen. „Ich führe Gespräche, führe auch gute Gespräche“, sagte Wegner nach der Senatssitzung auf die Frage eines Journalisten. „Und sobald ich eine Entscheidung getroffen habe, werde ich sie Ihnen bekanntgeben“, versprach er. Dafür sei aber noch das ein oder andere Gespräch notwendig.
Hintergrund des Rücktritts
Wedl-Wilson war am Freitag zurückgetreten. Sie zog damit die Konsequenzen aus einem Bericht des Landesrechnungshofs, der die Förderung von 13 Projekten im Bereich der Antisemitismusprävention im Umfang von 2,6 Millionen Euro als rechtswidrig bewertet hatte. Die Vorwürfe hatten zu erheblichem politischem Druck geführt.
Möglicher Nachfolger
Als Nachfolger wird der frühere Justizsenator und Ex-Bundestagsabgeordnete Thomas Heilmann (CDU) gehandelt. Wegner äußerte sich indes nicht zu dem Namen. „Ich werde mich zu Personalien erst äußern, wenn eine Entscheidung gefallen ist“, erklärte der Regierende Bürgermeister. Heilmann war bereits von 2011 bis 2016 Justizsenator in Berlin und sitzt seit 2017 im Bundestag. Medienberichten zufolge könnte er die Kulturverwaltung übernehmen, die in der Hauptstadt als besonders herausfordernd gilt.
Die Senatsverwaltung für Kultur steht vor großen Aufgaben, darunter die Sanierung der Berliner Bühnen und die Umsetzung des neuen Kulturfinanzierungsgesetzes. Der Zeitpunkt der Entscheidung bleibt offen, doch Wegner betonte, dass er die Gespräche zügig führen werde.



