Rekord bei Beschwerden über kriminelle Inhalte im Netz: Fast alle Fälle betreffen sexualisierte Gewalt
Rekord bei Beschwerden über kriminelle Inhalte im Netz

Rekord bei Beschwerden über kriminelle Inhalte im Netz: Fast alle Fälle betreffen sexualisierte Gewalt

Die Zahl der Beschwerden über kriminelle Inhalte im Internet in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Die Beschwerdestelle des Verbands der Internetwirtschaft Eco verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 30.035 Fälle, was einer nahezu Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese alarmierende Entwicklung unterstreicht die wachsende Herausforderung im digitalen Raum.

Sexualisierte Gewalt dominiert die Beschwerdefälle

Fast alle geprüften Hinweise, nämlich 93 Prozent, betrafen den Bereich sexualisierte Gewalt und Grenzverletzungen gegen Kinder und Jugendliche. Diese hohe Konzentration auf besonders schwerwiegende Delikte zeigt, wo die dringendsten Handlungsbedarfe im Kampf gegen illegale Online-Inhalte liegen. Die Zahlen verdeutlichen, dass der Schutz Minderjähriger im Internet eine zentrale Priorität bleiben muss.

Viele Beschwerden erweisen sich als nicht berechtigt

Bei der Eco-Beschwerdestelle wurden im Jahr 2025 insgesamt 51.358 Hinweise geprüft, von denen sich 42 Prozent als nicht berechtigt herausstellten. Diese hohe Quote nicht berechtigter Beschwerden hat auch damit zu tun, dass der prozentuale Anteil der berechtigten Hinweise über verfassungsfeindliche Inhalte besonders gering war. Von insgesamt 1.271 erhaltenen Meldungen zu diesem Bereich erwiesen sich nur 9 als berechtigt, was lediglich 0,71 Prozent entspricht.

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Meinungsfreiheit schützt geschmacklose Äußerungen

Die Leiterin der Eco-Beschwerdestelle, Alexandra Koch-Skiba, betont, dass vieles, was geschmacklos oder bedenklich erscheine, tatsächlich von der Meinungsfreiheit gedeckt sei. „Nicht jede als problematisch empfundene Äußerung ist rechtswidrig. Das ist auch gut so, denn es zeigt, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland ein hohes Gut ist und einen hohen Stellenwert besitzt.“ Diese Differenzierung zwischen strafbaren Inhalten und geschützter Meinungsäußerung ist für eine funktionierende Demokratie essenziell.

Erfolgreiche Löschungen trotz steigender Beschwerdezahlen

Die Zahlen aus dem Jahresbericht verdeutlichen eindrücklich den Erfolg der Bemühungen im Kampf gegen rechtswidrige Inhalte: Trotz des deutlichen Anstiegs der Beschwerden konnte bei 98,4 Prozent der monierten Webinhalte weltweit eine Löschung erwirkt werden. In Deutschland gehostete Webseiten mit als Kinderpornografie klassifizierten Inhalten wurden dabei zu 100 Prozent und innerhalb von durchschnittlich knapp zwei Tagen entfernt, wie Koch-Skiba hervorhob.

Löschen statt sperren als wirksamstes Mittel

Die Expertin betonte, es sei besser, illegale Inhalte im Rahmen einer Selbstregulierung zu löschen, statt sie mit einer Internetzensur zu sperren. Im Kampf gegen verbotene Webinhalte sei deren Löschung das zentrale und wirksamste Mittel. Dieser Ansatz der Selbstregulierung durch die Internetwirtschaft hat sich als effektiv erwiesen und ermöglicht eine schnelle Reaktion auf kriminelle Inhalte, ohne dabei die Grundrechte der Nutzer unnötig einzuschränken.

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