Rostock: Polizei nimmt zwei Verdächtige nach Geldautomaten-Explosion fest
In der Hansestadt Rostock hat es erneut eine spektakuläre Geldautomaten-Sprengung gegeben. Im Gegensatz zu einem ähnlichen Vorfall vor einer Woche gelang es den Einsatzkräften diesmal jedoch, zwei mutmaßliche Täter noch auf der Flucht zu stellen. Die Festnahmen erfolgten in der Nacht zum Montag im Stadtteil Groß Klein.
Explosion im Einkaufscenter Klenow Tor
Der Vorfall ereignete sich im Einkaufscenter Klenow Tor, wo Unbekannte einen Geldautomaten der VR-Bank-Filiale attackierten. Laut Angaben des Landeskriminalamtes führten die Täter eine brennbare Flüssigkeit in den Kartenschlitz des Automaten ein und lösten dadurch eine Explosion aus. Die lauten Detonationsgeräusche alarmierten umstehende Passanten, die umgehend die Polizei verständigten.
Dank der schnellen Reaktion der Beamten konnten zwei flüchtende Männer noch in unmittelbarer Nähe des Tatorts vorläufig festgenommen werden. Bei den Verdächtigen handelt es sich um zwei deutsche Staatsangehörige im Alter von 32 und 48 Jahren. Der Sachschaden am Geldautomaten wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt. Ob die Täter tatsächlich Beute machen konnten, ist derzeit noch unklar.
Spurensicherung und Wohnungsdurchsuchung
Am Morgen nach der Tat rückten Spezialkräfte der Spurensicherung und weitere Kriminalbeamte an. Neben der gründlichen Untersuchung des Tatorts im Klenow Tor durchsuchten die Ermittler auch eine in der Nähe gelegene Wohnung, die den beiden Beschuldigten zugeordnet wird. Die Polizei sicherte zahlreiche Beweismittel, die nun forensisch ausgewertet werden.
Möglicher Zusammenhang mit früherer Sprengung
Bereits in der Nacht zum 16. Februar hatten Unbekannte im Rostocker Stadtteil Lütten Klein einen Geldautomaten in der Talliner Straße gesprengt. Dieser befand sich in der Nähe eines Einkaufsmarktes und direkt neben der Stadtautobahn. Bei dieser Explosion, die sich gegen 5 Uhr morgens ereignete, wurde der Automat schwer zerstört. Automatenteile flogen viele Meter weit, sodass das gesamte Umfeld weiträumig abgesperrt werden musste. Die Täter konnten damals nicht gefasst werden.
Die Ermittler prüfen nun, ob ein Zusammenhang zwischen beiden Sprengungen besteht. Die ähnliche Vorgehensweise und die räumliche Nähe der Tatorte lassen auf eine mögliche Verbindung schließen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den jetzt Festgenommenen möglicherweise um die Täter der ersten Sprengung handeln könnte oder dass beide Vorfälle auf dieselbe Tätergruppe zurückgehen.
Hintergrund der Geldautomaten-Sprengungen
Geldautomaten-Sprengungen haben in den letzten Jahren in verschiedenen Regionen Deutschlands zugenommen. Die Täter nutzen dabei häufig einfache, aber gefährliche Methoden wie brennbare Flüssigkeiten oder Gasgemische, um die Sicherungssysteme der Automaten zu überwinden. Neben dem erheblichen Sachschaden besteht dabei immer auch eine große Gefahr für unbeteiligte Passanten und die umliegende Bebauung.
Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern hat ihre Präsenz in besonders gefährdeten Bereichen verstärkt und arbeitet eng mit Banken und Sicherheitsdienstleistern zusammen, um weitere Vorfälle zu verhindern. Die jetzt erfolgten Festnahmen werden als wichtiger Erfolg im Kampf gegen diese Form der organisierten Kriminalität gewertet.



