Sabotage-Verdacht auf Marine-Korvette: Haftbefehle gegen Werftarbeiter aufgehoben
Sabotage-Verdacht auf Marine-Korvette: Haftbefehle aufgehoben

Haftbefehle gegen Werftarbeiter nach Sabotage-Verdacht aufgehoben

In einem bemerkenswerten Schritt hat ein Hamburger Gericht die Haftbefehle gegen zwei Werftarbeiter aufgehoben, die im Verdacht standen, Sabotage an einem deutschen Kriegsschiff begangen zu haben. Die beiden Beschuldigten, Naïm M. (54) aus Griechenland und Marian L. (37) aus Rumänien, waren Anfang Februar festgenommen und in Untersuchungshaft genommen worden. Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg teilte am Freitag mit, dass trotz neuer Ermittlungen nicht mehr sicher festgestellt werden könne, welcher der beiden für die Abschaltung stromführender Komponenten auf der Korvette "Köln" verantwortlich sei.

Kein dringender Tatverdacht mehr

Eine erneute Rekonstruktion der Abläufe brachte keine Klarheit darüber, wer von den beiden Verdächtigen der Täter sein könnte. Aus rechtlichen Gründen liege daher kein sogenannter dringender Tatverdacht mehr vor, was zur Freilassung der Männer führte. Dennoch hält der Staatsschutz den Sabotageverdacht weiter aufrecht, und die Ermittlungen in dem Fall laufen unvermindert weiter. Nach neuen Erkenntnissen der Generalstaatsanwaltschaft sei "mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass einer der Beschuldigten Bauteile der Korvette ,Köln’ am 26. Juni 2025 vorsätzlich stromlos geschaltet" habe. Unklar bleibe lediglich, welcher der Verdächtigen die Tat begangen habe. Beide Männer bestreiten die Vorwürfe nach wie vor.

Sabotagehandlung auf der Korvette "Köln"

Die beiden Werftarbeiter sollen im vergangenen Jahr während ihrer Tätigkeit im Hamburger Hafen an mehreren Korvetten Sabotagehandlungen vorgenommen haben. Ausschlaggebend für die ursprünglichen Haftbefehle war eine versuchte Sabotagehandlung an der Korvette "Köln". Laut Ermittlungen sollen die Männer am 26. Juni 2025 gegen 15.30 Uhr während laufender Schweißarbeiten an Bord des in Sanierung befindlichen Kriegsschiffs gegangen sein. Ihr Ziel war der Maschinenraum, wo sie die Stromversorgung ausschalteten. Dies führte dazu, dass das gesamte Schiff keinen Strom mehr hatte und die Belüftung ausfiel.

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Kurz darauf kam es zu einer Rauchentwicklung in einem Ventilator, und ein Kondensator überhitzte. Nur weil ein Mitarbeiter den Rauch rechtzeitig bemerkte, blieb eine Katastrophe aus. Nach Einschätzung der Ermittler hätte sich andernfalls ein Feuer im Inneren des Schiffes ausbreiten können, was zu schweren Schäden bis hin zur möglichen Zerstörung der Korvette geführt hätte.

Festnahmen und Hintergründe

Der Grieche Naïm M. wurde Anfang Februar in seinem Heimatland festgenommen, während der Rumäne Marian L. in Hamburg in Gewahrsam genommen wurde. Beide Männer waren im Hamburger Hafen beschäftigt, wo die noch nicht in Dienst gestellten Korvetten auf einem Werftgelände lagen. Die Korvette "Köln" der Deutschen Marine war zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Sabotage in Sanierung. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, die genauen Umstände der Tat aufzuklären und mögliche Motive zu ermitteln.

Die Aufhebung der Haftbefehle markiert einen Wendepunkt in dem Fall, doch die Behörden betonen, dass die Ermittlungen fortgesetzt werden. Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg wird weiterhin alle verfügbaren Beweise prüfen, um die Verantwortlichkeit für die Sabotagehandlung endgültig zu klären. Der Vorfall unterstreicht die Bedeutung von Sicherheitsmaßnahmen auf militärischen Einrichtungen und wirft Fragen zur Überwachung von Werftarbeiten auf.

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