In Berlin-Neukölln sind zwei Männer durch Schüsse in die Beine verletzt worden. Einer der beiden befinde sich in einem kritischen Zustand, teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend gegen 21:45 Uhr in der Hermannstraße nahe dem U-Bahnhof Leinestraße.
Rettungseinsatz und Ermittlungen
Sanitäter brachten die verletzten Männer in umliegende Krankenhäuser, wo sie medizinisch versorgt wurden. Der U-Bahnhof Leinestraße wurde vorübergehend gesperrt, die Züge fuhren ohne Halt durch. Die Polizei leitete noch am Abend umfangreiche Ermittlungen ein.
Der Tatort wurde von einem Großaufgebot bewaffneter Polizisten weiträumig abgesperrt. Experten der Spurensicherung durchkämmten die Umgebung nach Beweismitteln. Fotos der Zeitung „B.Z.“ zeigen Beamte mit Maschinenpistolen. Weitere Details zu den Opfern oder zum Tathergang lagen zunächst nicht vor.
Hintergrund: Zunehmende Schusswaffengewalt in Berlin
In den vergangenen Tagen hatte es bereits mehrere Schüsse in Berlin gegeben: auf ein Haus in Spandau, auf das Geschäft eines Autoteilehändlers in Neukölln und auf eine Fahrschule in Reinickendorf. Die Serie von Schusswaffenvorfällen bereitet der Polizei seit mehr als einem Jahr Sorge. Laut Polizei handelt es sich häufig um Erpressungen von Geschäftsleuten sowie Revierkämpfe und Auseinandersetzungen in der organisierten Kriminalität.
Im Jahr 2025 registrierte die Polizei insgesamt 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch. Davon waren etwas mehr als die Hälfte Drohungen, in 515 Fällen wurde tatsächlich geschossen. Dies entspricht einem Anstieg von 68 Prozent mehr Straftaten, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde, im Vergleich zum Vorjahr 2024.
Als Reaktion auf diese Entwicklung setzte die Polizei im November 2025 die Sondereinheit des Landeskriminalamtes „Ferrum“ (lateinisch für „Eisen“) ein. Die Staatsanwaltschaft zog mit der neuen Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) nach.



