Schulmassaker in Kanada: Zehn Tote bei Schießerei in Tumbler Ridge
Schulmassaker in Kanada: Zehn Tote bei Schießerei

Schulmassaker in Kanada: Zehn Tote bei Schießerei in Tumbler Ridge

Bei einer der schlimmsten Bluttaten mit Schusswaffen in der Geschichte Kanadas sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei in der westlichen Provinz British Columbia bestätigte am Dienstag (Ortszeit), dass unter den Toten auch eine Frau ist, die nach ersten Erkenntnissen als Tatverdächtige gilt. Ihre Leiche wurde in einer Schule in der Ortschaft Tumbler Ridge gefunden, wo zuvor durch Schüsse sieben Menschen zu Tode kamen und etwa zwei Dutzend weitere verletzt wurden.

Motiv und Opfer noch unklar

Über das Motiv der Tat herrscht noch völliges Rätselraten. Die Polizei teilte mit, dass die Identität der Opfer zunächst nicht bekanntgegeben wird, um die Familien zu benachrichtigen. Es ist unklar, ob es sich bei den Toten um Kinder, Jugendliche oder Lehrkräfte handelt. Die mutmaßliche Täterin starb laut Ermittlungen durch eine selbst zugefügte Verletzung. Lokale Medien berichteten, sie sei inzwischen identifiziert worden.

Die Polizei wurde um 13.20 Uhr Ortszeit (21.20 Uhr MEZ) über Schüsse an der Schule informiert und war wenige Minuten später vor Ort. Ein Schüler beschrieb die Situation dem Sender CBC als fast surreal. Wir haben Tische genommen und die Türen verbarrikadiert, sagte er. Es fühlte sich an, als wäre ich an einem Ort, den ich bislang nur aus dem Fernsehen kannte.

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Gemeinde in tiefer Trauer

Tumbler Ridge ist eine kleine Gemeinde mit etwa 2.700 Einwohnern, die Luftlinie rund 700 Kilometer nordöstlich von Vancouver liegt. Bürgermeister Darryl Krakowka betonte die engen Bindungen: Ich bin seit 19 Jahren hier, wir sind eine kleine Gemeinde. Ich bezeichne sie nicht als Einwohner, ich bezeichne sie als Familie. Die Polizei hatte am Dienstag Menschen in der Gegend mehrere Stunden lang dazu aufgerufen, ihre Türen zu verriegeln und ihre Häuser oder Geschäfte nicht zu verlassen. Zuvor war nach einer braunhaarigen Frau in einem Kleid gefahndet worden.

Historischer Kontext und Reaktionen

Für Kanada handelt es sich laut Medienberichten um den tödlichsten Vorfall dieser Art an einer Ausbildungsstätte seit fast 40 Jahren. Provinz-Premier David Eby drückte seine Bestürzung aus: Es ist etwas, das gefühlt nur anderswo passiert. Experten führen die vergleichsweise geringere Waffengewalt in Kanada auf strengere Waffengesetze zurück als im Nachbarland USA.

Der kanadische Premierminister Mark Carney reagierte auf der Plattform X mit den Worten: Ich bin zutiefst erschüttert. Meine Gebete und mein tiefstes Beileid gelten den Familien und Freunden, die durch diese schrecklichen Gewalttaten Angehörige verloren haben. Er sagte seine Reise zur Sicherheitskonferenz in München ab.

Aus Deutschland kondolierte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): Die vielen Toten nach Schüssen an einer Schule bestürzen uns tief. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Tumbler Ridge, die um Freunde und Familie trauern. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte: Unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer, den Verletzten und der gesamten Schulgemeinschaft.

Vergleich mit früheren Tragödien

Die Bluttat erinnert an frühere Tragödien in Kanada. 1989 erschoss ein 25-Jähriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Die bislang schlimmste Bluttat in der Kriminalgeschichte des Landes ereignete sich 2020 in der Provinz Nova Scotia, wo ein 51-jähriger Zahnarzt 22 Menschen tötete. Premier Eby ist überzeugt, dass die Ereignisse in Tumbler Ridge noch jahrelang nachwirken werden.

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