Nach dem tödlichen Schusswechsel in Nienburg bittet die Polizei die Bevölkerung um Hinweise. Die Ermittler haben ein Online-Portal eingerichtet, um Hinweise zu sammeln. Ein 37-jähriger Mann starb noch am Tatort, ein 66-jähriger Passant liegt weiterhin auf der Intensivstation. Der mutmaßliche Schütze, ein 31-Jähriger, befindet sich in Untersuchungshaft wegen Mordes und versuchten Mordes.
Hintergrund des Konflikts
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gehören der Verdächtige und das Todesopfer verfeindeten Großfamilien an, die seit Jahren in einem Streit verwickelt sind. Dieser Konflikt eskalierte am Dienstagnachmittag gegen 15 Uhr, als mehrere Schüsse fielen. Für den 37-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Der 66-jährige Passant wurde per Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Die Ermittler gehen davon aus, dass er ein Zufallsopfer war und noch nicht vernommen werden kann.
Verbindung zu früherem Gerichtsverfahren
Bereits vor vier Jahren gab es eine Auseinandersetzung zwischen Dutzenden Familienmitgliedern in Nienburg, bei der mehrere Personen verletzt wurden. Am Dienstag verhandelte das Landgericht Verden diesen Fall. Sieben Menschen waren wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, darunter auch der später getötete 37-Jährige. Das Verfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, ein Zusammenhang mit dem späteren Schusswechsel liege nahe, müsse aber noch geprüft werden.
Die Polizei nahm den Verdächtigen unmittelbar nach der Tat fest. Ein weiterer Mann, der den Polizeieinsatz gestört haben soll, wurde ebenfalls vorübergehend festgenommen, steht aber nicht im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen und ist wieder auf freiem Fuß.



