Eine Französin, die als Passagierin auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ unterwegs war, ist schwer am Hantavirus erkrankt. Die über 65-jährige Frau wurde im Bichat-Krankenhaus in Paris an eine künstliche Lunge angeschlossen und schwebt in Lebensgefahr.
Hintergrund des Ausbruchs
Anfang Mai wurde auf der „Hondius“ erstmals ein Hantavirus-Ausbruch offiziell bestätigt. Inzwischen sind drei Menschen gestorben. Die Französin wurde gemeinsam mit anderen Passagieren und Besatzungsmitgliedern vor Teneriffa evakuiert und nach Frankreich geflogen. Das Bichat-Krankenhaus ist auf Infektionskrankheiten spezialisiert.
Schwerer Verlauf der Erkrankung
Die Patientin leidet an einer schweren Form der Krankheit, bei der Herz und Lunge angegriffen sind. Klinikarzt Dr. Xavier Lescure erklärte, dass sie an eine künstliche Lunge angeschlossen wurde. Dabei wird das Blut mit Sauerstoff angereichert und wieder in den Körper gepumpt, um die Organe zu entlasten. Laut Lescure handelt es sich um „die letzte Stufe der unterstützenden Behandlung“.
Bisherige Todesfälle
Am 11. April starb der niederländische Hobby-Ornithologe Leo Schilperoord (70), mutmaßlich Patient Null des Ausbruchs, an Bord. Seine Leiche wurde am 24. April von Bord gebracht, seine Frau Mirjam (69) begleitete ihn und starb wenig später. Am 2. Mai starb eine Deutsche (78) an Bord. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von neun bestätigten Hantavirus-Infektionen bei elf gemeldeten Fällen. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: „Im Moment gibt es keine Anzeichen für einen größeren Ausbruch, aber die Situation kann sich ändern.“
Quarantänemaßnahmen
Ein spanischer Passagier wurde nach seiner Evakuierung positiv getestet und befindet sich in Quarantäne. Zwölf Mitarbeiter des Radboud-Universitätsklinikums in Nijmegen (Niederlande) sind ebenfalls in Quarantäne, da sie Körperflüssigkeiten eines Hantavirus-Patienten unsachgemäß behandelt hatten. Die Reederei „Oceanwide Expeditions“ teilte mit, dass sich noch 27 Personen an Bord der „Hondius“ befinden, darunter 25 Besatzungsmitglieder und zwei medizinische Fachkräfte. Keine dieser Personen zeige Symptome einer Hantavirus-Infektion. Die „Hondius“ ist auf dem Weg nach Rotterdam, wo sie am 17. oder 18. Mai eintreffen soll. Dort wird das Schiff gründlich gereinigt und desinfiziert.



