Sicherheitsdebatte in Güstrow: Bürger diskutieren mit Polizei und Experten
Sicherheitsdebatte in Güstrow am 21. Mai

Wie sicher ist Güstrow? Bürger diskutieren mit Polizei und Kriminologen

Schlägereien, Pöbeleien, Bedrohungen, Diebstähle – sogar Messerangriffe: Vor allem das Bahnhofsviertel in Güstrow geriet in den vergangenen Monaten immer wieder in den Fokus der Polizei. Alkohol und Waffen spielten dabei häufig eine Rolle. Bundes- und Landespolizei, Ordnungsamt und Bahnsicherheitsdienst mussten mehrfach mit größeren Aufgeboten anrücken. Kontrollen gehören dort inzwischen zum Alltag.

Debatte über Sicherheit: Initiative lädt am 21. Mai ein

Doch wie sicher ist Güstrow wirklich? Darüber will die Initiative „Miteinander demokratisch leben in Güstrow“ bei ihrer nächsten öffentlichen Donnerstagsdebatte sprechen. Unter dem Titel „Gemeinsam für Sicherheit und Ordnung – Polizei und BürgerInnen in Verantwortung“ sind Interessierte am 21. Mai um 19 Uhr in den Stadtvertretersaal des Rathauses eingeladen. Es gehe darum, wie Sicherheit im Zusammenspiel von Polizei, Verwaltung und Bürgerschaft gestärkt werden könne, erklärt Mitinitiator Henning Eschenburg.

Auf dem Podium sitzen Vertreter unterschiedlicher Perspektiven: Lothar Fetzer von der Polizeidirektion Güstrow, Anne-Kathrein Kaiser von der Opferhilfeorganisation Weißer Ring, die Kriminologin Rita Bley, Bürgermeister Sascha Zimmermann sowie Schüler aus der Barlachstadt. Moderiert wird der Abend von Stefan Metzger, Direktor der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow. Die Mischung soll einen offenen Blick auf das Thema ermöglichen – von polizeilicher Praxis über kommunale Verantwortung bis hin zur Sicht junger Menschen.

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„Das Thema ist ein viel diskutiertes innerhalb der Güstrower Stadtgesellschaft“, hat Henning Eschenburg wahrgenommen. Es gebe eine spürbare Unsicherheit. „Jeder schiebt aus unserer Sicht dem anderen die Schuld zu. Wir hoffen nun auf bessere Übereinstimmung im Spannungsfeld Polizei, Stadtverwaltung, Ordnungsamt und Bürgern“, erklärt der ehemalige Arzt.

Damit greift die Initiative genau das auf, was sie sich auf die Fahnen geschrieben hat: kontroverse Themen sachlich diskutieren, Blockaden abbauen und die Gesprächskultur stärken. Bereits Debatten zu Klimaschutz oder Wehrpflicht hatten zahlreiche Besucher ins Rathaus gelockt.

Gefühlte Sicherheit versus Realität

Eschenburg stellt auch grundsätzliche Fragen: Was ist gefühlte Sicherheit, was ist Realität? Wird manches in sozialen Medien hochgeschaukelt und politisch instrumentalisiert? Solche Dynamiken könnten das Unsicherheitsgefühl verstärken. Gleichzeitig verweist er auf konkrete Probleme wie Hass-Schmierereien und verfassungsfeindliche Aufkleber im Stadtbild. Auch Angriffe auf Parteibüros – etwa das der Linken – sowie zunehmende Betrugsfälle bei älteren Menschen seien Themen, die nicht ignoriert werden dürften.

Zugleich setzt der Akteur auf ein breites bürgerschaftliches Engagement in der Barlachstadt, sichtbar etwa beim gemeinsamen Frühjahrsputz oder den Vorbereitungen zur 800-Jahrfeier. Die Initiative „Miteinander demokratisch leben in Güstrow“ hat sich vor zwei Jahren gegründet und zählt rund zehn parteilose Mitglieder zwischen 17 und 75 Jahren aus Güstrow und Umland – vom Ruheständler, Schüler, Angestellte bis zum Selbstständigen.

Ablauf der Veranstaltung

Der Abend am 21. Mai ist zweigeteilt: Zunächst diskutiert das Podium rund 45 Minuten zentrale Fragen zu Sicherheit, Prävention und Vertrauen. Anschließend ist das Publikum eingeladen, sich einzubringen, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen zu schildern. Die Veranstaltung ist Teil des bundesweiten Aktionsprogramms zum Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai.

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