Die Phishing-Kampagne gegen Nutzer des verschlüsselten Messengerdienstes Signal zieht immer weitere Kreise. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen, wie der SPIEGEL erfahren hat. Betroffen sind demnach nicht nur zahlreiche Bundestagsabgeordnete, sondern auch Angehörige der Nato.
Ermittlungen wegen Spionageverdachts
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte am Freitag, dass sie ein Verfahren wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit eingeleitet habe. Ziel der unbekannten Täter sei es gewesen, an vertrauliche Informationen zu gelangen. Die Angriffe erfolgten über gezielte Phishing-Nachrichten, die vorgaben, von vertrauenswürdigen Kontakten zu stammen.
Betroffene Kreise weiten sich aus
Nach SPIEGEL-Informationen sind neben Politikern auch Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden und Verteidigungseinrichtungen betroffen. Die Kampagne richtet sich offenbar gezielt gegen Personen mit Zugang zu sensiblen Daten. Die genaue Zahl der Betroffenen ist noch unklar, sie dürfte aber im dreistelligen Bereich liegen.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Angriffe von einer professionellen Gruppe aus dem Ausland gesteuert werden. Der Generalbundesanwalt hat die Federführung übernommen, um die Ermittlungen zu bündeln und die nationale Sicherheit zu gewährleisten.
Signal als Ziel
Signal gilt als besonders sicherer Messenger, der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet. Genau diese Eigenschaft macht ihn für sensible Kommunikation attraktiv, aber auch für Spione. Die Täter nutzten Social-Engineering-Methoden, um an Zugangsdaten zu gelangen. Betroffene werden aufgefordert, ihre Konten zu überprüfen und verdächtige Aktivitäten zu melden.
Die Bundesregierung zeigte sich besorgt. Ein Sprecher des Innenministeriums betonte die Notwendigkeit, die Cybersicherheit weiter zu stärken. Die Opposition forderte eine lückenlose Aufklärung und Konsequenzen für die Täter.



