Sprengstofffund an Balkan-Stream-Pipeline: Ungarn lenkt Verdacht auf Ukraine
Sprengstoff an Pipeline: Ungarn verdächtigt Ukraine

Sprengstoff an Balkan-Stream-Pipeline entdeckt: Ungarn verdächtigt Ukraine

Nachdem Serbien den Fund von Sprengstoff an der Balkan-Stream-Gaspipeline nach Ungarn gemeldet hat, richtet der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban den Verdacht auf die Ukraine. Bei einer Sondersitzung des nationalen Verteidigungsrats in Budapest ließen Orban und sein Außenminister Peter Szijjarto durchblicken, dass sie die Ukraine für einen geplanten Sabotageakt an dieser strategisch wichtigen Pipeline verantwortlich machen.

Serbien meldet Fund von Sprengstoff mit verheerender Kraft

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic bestätigte, dass an der Balkan-Stream-Pipeline nahe der ungarischen Grenze bei der Ortschaft Velebit Sprengstoff in verheerender Kraft sowie die dazugehörigen Zündschnüre gefunden wurden. Die Pipeline transportiert russisches Erdgas von der Türkei über Bulgarien und Serbien nach Ungarn und ist für die ungarische Energieversorgung von entscheidender Bedeutung. Vucic und Orban führten ein Telefonat über den besorgniserregenden Vorfall.

Orban wiederholt Vorwürfe gegen Kiew vor Parlamentswahl

Viktor Orban, der bei der am kommenden Sonntag stattfindenden Parlamentswahl um seine Machtposition kämpft, wiederholte in einer Videoansprache auf Facebook bekannte Vorwürfe gegen die Ukraine. Die Ukraine arbeite seit Jahren daran, Europa von der Gasversorgung aus Russland abzuschneiden, erklärte Orban. Er verwies dabei auf:

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  • Die Zerstörung der Nord-Stream-Pipeline
  • Die Blockade der Erdölzufuhr über die Druschba-Pipeline
  • Angriffe auf den russischen Teil der Turkstream-Pipeline

Der Balkan Stream stellt die Fortsetzung von Turkstream dar und liefert etwa 60 Prozent des ungarischen Erdgasbedarfs. Orban kündigte an, die militärische Bewachung des ungarischen Pipelineabschnitts zu verstärken.

Opposition wirft Orban Wahlkampfmanipulation vor

Der ungarische Oppositionsführer Peter Magyar, Spitzenkandidat der Partei Tisza, warf Orban vor, den Pipeline-Vorfall für wahlkampftaktische Zwecke zu instrumentalisieren. Bereits seit Wochen habe er Signale über geplante Aktionen unter falscher Flagge erhalten, schrieb Magyar auf Facebook. Er forderte Orban auf, mit der Panikmache aufzuhören, die angeblich von russischen Beratern geplant worden sei.

Die Ukraine weist die Vorwürfe Orbans zurück und betont, dass die Druschba-Pipeline aufgrund der Auswirkungen russischer Luftangriffe derzeit nicht nutzbar sei. Zu den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines wurde bislang niemand offiziell zur Rechenschaft gezogen, wobei ein Ukrainer in Deutschland in Untersuchungshaft sitzt.

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