Der FC St. Pauli hat am vergangenen Spieltag eine deutliche Geste seiner Fans erlebt. Nach der 0:2-Niederlage beim 1. FC Heidenheim verweigerten die mitgereisten Anhänger den üblichen Dankesgang der Mannschaft. Stattdessen schickten sie das Team in die Kabine – ein klares Zeichen des Unmuts über die gezeigte Leistung.
Aktion erinnert an Werder Bremen
Die Szene erinnerte an eine ähnliche Aktion der Werder-Bremen-Fans im Februar. Damals hatten die Anhänger nach einem 1:2 am Millerntor ihre Mannschaft weggeschickt, als diese sich für die Unterstützung bedanken wollte. Nun traf es die Kiez-Kicker selbst.
In Heidenheim sah die Situation zunächst unspektakulär aus: Die Mannschaft marschierte wie gewohnt zur Fan-Kurve, um sich für den Support zu bedanken. Die Spieler winkten in den Block, doch dann wurde Verteidiger Hauke Wahl (32) von einem Fan-Sprecher in freundlichem Ton informiert, dass das Team auf das übliche Prozedere verzichten möge.
Ratlosigkeit und Verständnis
Wahl gab den Wunsch an die zunächst ratlose Mannschaft weiter, die dann winkend in Richtung Kabine ging. Auch Trainer Alexander Blessin (52) war mittlerweile in die Kurve gekommen und unterhielt sich an einer Werbebande mit einem Fan-Sprecher. Das Gespräch war scheinbar von Verständnis geprägt und endete mit einem gegenseitigen Schulterklopfen. Es war keine ungezügelte Fan-Wut, sondern ein klares Zeichen: Mit dieser blutleeren Leistung war man nicht einverstanden.
Diskussion in sozialen Medien
Die Fan-Aktion wird in den sozialen Medien und in Fan-Foren heiß diskutiert. Viele Seiten spendeten Zuspruch: Dies sei genau das richtige Signal gewesen, um der Mannschaft zu zeigen, dass man in einem so wichtigen Abstiegs-Endspiel nicht so auftreten dürfe. In den Gesichtern der Spieler war jedenfalls abzulesen, dass sie verstanden hatten, worum es ging.
Es gibt aber auch viele Anhänger, die mit Unverständnis reagierten. Gerade in diesen schweren Zeiten müssten Fans und Mannschaft zusammenhalten. Das wird spätestens am Sonntag (15.30 Uhr, DAZN) gegen Mainz der Fall sein. Bei Werder zeigte die damals umstrittene Aktion jedenfalls Wirkung: Es folgte ein 2:0-Sieg – übrigens gegen Heidenheim.



