In Zoe Dubnos Debütroman „Nur das Allerbeste“ wird die New Yorker Kunstszene mit beißendem Spott überzogen. Die namenlose Ich-Erzählerin schildert einen Dinnerabend in einem Künstlerloft und lässt kein gutes Haar an den Gästen. Ihre Tiraden sind voller Gehässigkeit und erinnern an den österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard.
Die Handlung: Ein Abend voller Verachtung
Die Erzählerin besucht nach der Trauerfeier für eine frühere Freundin das Loft des Kunstsammler-Paares Eugene und Nicole. Jahre zuvor hatte sie sich von ihnen abgewandt, doch nun sitzt sie auf dem Sofa und erwartet ein Abendessen mit etwa 50 Gästen. Während sie auf die Ankunft einer Schauspielerin wartet, lässt sie ihrer Verachtung freien Lauf. Sie beschreibt das Essen als „dekonstruierte Pampe“ und die Atmosphäre als „Palast aufgebrezelter Schalheit“.
Stilistische Anleihen bei Thomas Bernhard
Dubno orientiert sich an Bernhards „Holzfällen. Eine Erregung“ von 1984. Dort wettert der Ich-Erzähler im Ohrensessel gegen die Wiener Kulturszene. Auch Dubno verzichtet auf Kapitel oder Absätze und nutzt lange Sätze mit vielen Einschüben. Die direkte Rede wird weitgehend vermieden. Die Autorin erklärt, sie habe in Bernhards Figuren etwas „nur allzu Vertrautes“ wiedererkannt.
Die Tiraden in „Nur das Allerbeste“ richten sich gegen die Oberflächlichkeit der modernen Kunstszene. Allerdings bleibt die Erzählerin mit ihrer klischeebeladenen Aversion auf einer Ebene mit den gestelzten Banalitäten der kritisierten Figuren. Ihre leere Verachtung fällt auf die eigene Oberflächlichkeit zurück. Der Roman ist dadurch eher keine geschliffene Adaption von „Holzfällen“ für die Gegenwart.
Dubno selbst sagt, ihre Erzählerin gehe „mit einem Maschinengewehr auf alle möglichen Dinge los“. Literatur, Kunst, Mode, Journalismus – alles wird kritisiert. Eine Kostprobe: Eugenes Benehmen und Kunstliebe seien „eine Patina aus Scheiße auf der glänzenden Bronzebüste seiner Dummheit, seines chronischen Alkoholismus und seiner sexuellen Zudringlichkeit“.
Der Roman bietet eine kurzweilige, aber oberflächliche Abrechnung mit der Kunstszene. Die Leser werden in eine Welt voller Arroganz und Gehässigkeit entführt, die gleichzeitig fasziniert und abstößt.



