Staatsschutz ermittelt nach Anschlagsdrohung mit Pyrotechnik im ICE
Nach einer schwerwiegenden Anschlagsdrohung in einem ICE in Nordrhein-Westfalen hat der Staatsschutz der Polizei Bonn die Ermittlungen übernommen. Ein 20-jähriger Deutscher zündete am Abend pyrotechnische Gegenstände in dem Zug und drohte anschließend mit einem Anschlag, was zu einem Großeinsatz der Sicherheitsbehörden führte.
Einsatz mit Verletzten und Festnahme
Der Vorfall ereignete sich im ICE 19 auf der Strecke von Aachen nach Frankfurt. Der Mann zündete laut Berichten zwei pyrotechnische Gegenstände und zog sich dann auf die Zugtoilette zurück. Mutige Fahrgäste setzten den Tatverdächtigen dort fest, woraufhin Beamte der Bundespolizei ihn am Bahnhof Siegburg in Gewahrsam nahmen.
Der Zug wurde vorsorglich geräumt, wobei mindestens zwölf Personen leicht verletzt wurden. Bei der Durchsuchung des Mannes fanden die Einsatzkräfte zwei Messer, eine Maske sowie zwei frei verkäufliche Rauchkörper, die den Verdacht auf eine geplante Straftat verstärkten.
Ermittlungen mit politischem Hintergrund
Die Bundespolizei bestätigte in der Nacht zum 3. April 2026, dass der Mann explizit mit einem Anschlag gedroht hatte. Erste Hinweise deuten auf ein mögliches politisches Motiv hin, was die Übernahme der Ermittlungen durch den Staatsschutz erklärt. Eine Sprecherin der Polizei Bonn gab zunächst keine weiteren Auskünfte zu den Hintergründen der Tat.
Medienberichten zufolge soll der Tatverdächtige den Behörden bereits vor der Tat bekannt gewesen sein. Die Polizeisprecherin machte dazu jedoch keine offiziellen Angaben, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden. Der 20-Jährige blieb am Tag nach dem Vorfall zunächst in Polizeigewahrsam.
Sicherheitsmaßnahmen und Folgen
Der Vorfall löste erhebliche Sicherheitsmaßnahmen aus:
- Räumung des gesamten ICE 19 zur Gefahrenabwehr
- Einsatz von Bundespolizei und Staatsschutzbeamten
- Überprüfung der Sicherheitsprotokolle im Bahnverkehr
Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die genauen Umstände der Tat, das Motiv des Verdächtigen und mögliche Verbindungen zu extremistischen Gruppierungen. Experten betonen die Bedeutung solcher Vorfälle für die öffentliche Sicherheit im Nahverkehr.



