Familie von Boris Palmer wird von Stalkerin terrorisiert - Politiker fordert besseren Schutz
Stalkerin terrorisiert Familie von Boris Palmer - Politiker in Sorge

Familie von Tübingens Oberbürgermeister wird von Stalkerin terrorisiert

Die Familie des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer (53) wird seit Monaten von einer psychisch kranken Frau (46) verfolgt und bedroht. Die Situation hat sich in der baden-württembergischen Universitätsstadt zu einem besorgniserregenden Fall entwickelt, der Fragen zum Schutz von Personen des öffentlichen Lebens aufwirft.

Angriffe vor der Haustür des Politikers

Vor etwa zwei Wochen erreichte die Bedrohungslage einen neuen Höhepunkt, als die Stalkerin die Ehefrau und den kleinen Sohn von Boris Palmer bis zu deren Wohnhaus verfolgte. Die Frau schlug und trat gegen die Haustür, während die Familie sich darin verschanzte. Palmer selbst berichtet auf Facebook von mehrfachen verbalen Attacken durch die 46-Jährige.

Polizeisprecher Andreas Ritter bestätigte gegenüber Medien einen Einsatz an der Adresse des Politikers: „Als die Beamten eintrafen, war die Beschuldigte nicht mehr vor Ort.“ Die Polizei in Tübingen kennt die Frau bereits gut – sie ist in letzter Zeit mehrmals polizeilich in Erscheinung getreten.

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Pfefferspray-Einsatz und weitere Vorfälle

Bereits am 24. Februar sorgte die 46-Jährige für Entsetzen in der Tübinger Innenstadt. Gegen 14 Uhr schlug sie mit einer Eisenstange auf abgestellte Fahrräder ein, während sie in der anderen Hand ein Bügeleisen hielt. Die Polizei überwältigte die Frau unter Einsatz von Pfefferspray und brachte sie in eine Fachklinik. Doch offenbar wurde sie wenig später wieder entlassen.

Die Bedrohungslage zeigt sich auch in einem weiteren Vorfall: Als Palmer einen Antrag auf ein Annäherungsverbot gegen die Frau stellen wollte, erklärte sich die zuständige Richterin für befangen. Grund: Auch sie wurde von der 46-Jährigen bedrängt, die mit einer Flasche in der Hand auf den Stufen zum Gericht stand.

Palmer fordert besseren Schutz für öffentliche Personen

Boris Palmer äußert sich besorgt über die mangelnde Schutzmöglichkeiten: „Wer will denn noch ein öffentliches Amt übernehmen, wenn der Staat einen nicht vor solchen Angriffen schützen kann?“ Der Oberbürgermeister hat zwar über das Ordnungsamt erreicht, dass die Frau einen Platzverweis für sein Wohnhaus erhielt, doch die Wirksamkeit dieser Maßnahme bleibt fraglich.

Palmer stellt grundsätzliche Fragen zum Umgang mit psychisch kranken Straftätern: „Es ist die Frage, ob die Frau ein Annäherungsverbot überhaupt versteht und umsetzt.“ Er fordert, dass Personen, die wiederholt zur Gefahr werden, auch gegen ihren Willen therapiert werden können müssen.

„Aktuell bleibt ein Gefühl zurück, das viele kennen dürften: Man ist zwar im Recht, aber nicht unbedingt geschützt“, resümiert der Tübinger Oberbürgermeister die prekäre Situation seiner Familie.

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