Tödliche Polizeischüsse in Saarbrücken: Staatsanwaltschaft rekonstruiert Verfolgungsjagd mit tödlichem Ausgang
Tödliche Polizeischüsse in Saarbrücken: Verfolgungsjagd rekonstruiert

Tödliche Polizeischüsse in Saarbrücken: Staatsanwaltschaft rekonstruiert Verfolgungsjagd mit tödlichem Ausgang

Wie konnte eine Polizeikontrolle in der Nacht zu Ostersonntag derart eskalieren, dass ein 22-Jähriger durch Schüsse von Beamten getötet wurde? Die Staatsanwaltschaft hat nun detailliert den Ablauf der tödlichen Verfolgungsjagd in Saarbrücken rekonstruiert, bei der auch eine Polizeibeamtin schwer verletzt wurde.

Die Ausgangssituation: Kontrolle mit gefälschtem Kennzeichen

Gegen 1 Uhr im Bezirk Dudweiler wollten Polizeibeamten einen blauen Renault mit drei jungen Männern im Alter von 19, 22 und 23 Jahren stoppen. Das Fahrzeugkennzeichen war nach Angaben der Ermittler nicht auf den Wagen zugelassen. Zudem verfügte der Fahrer nach aktuellem Kenntnisstand nicht über eine gültige Fahrerlaubnis, wie Oberstaatsanwalt Thomas Schardt am Dienstag gegenüber Medien erklärte.

Die Verfolgungsjagd: Flucht trotz Unfall

Statt anzuhalten, trat der Fahrer aufs Gas und raste in Richtung Herrensohr, verfolgt von einem Polizeikommando. Selbst nach einem Zusammenstoß mit einem unbeteiligten Fahrzeug bremste der 22-Jährige nicht ab. Immer mehr Streifenwagen schlossen sich der Verfolgung an, bis der Renault schließlich in eine Sackgasse und eine Hofeinfahrt im Bereich Dudweiler-Herrensohr fuhr.

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Dort stieg der 23-jährige Insasse aus dem Auto und lief davon. Ein Polizist parkte seinen Streifenwagen an der Straße, um ihm nachzurennen. In diesem Moment versuchte der Fahrer laut Staatsanwaltschaft, den Pkw rückwärts zwischen Funkstreifenwagen und einem Zaun hindurch aus der Sackgasse zu manövrieren.

Die Eskalation: Beamtin eingeklemmt und tödliche Schüsse

Dabei kam es zu einer Kollision mit dem Streifenwagen, bei der eine zwischenzeitlich ausgestiegene 27-jährige Polizeibeamtin erfasst und zwischen dem Renault und dem Funkstreifenwagen eingeklemmt wurde. Die Beamtin erlitt erhebliche Prellungen und Quetschungen und musste in einem Krankenhaus behandelt werden.

Daraufhin eröffneten zwei Polizisten, die ebenfalls in die Sackgasse gefahren waren, das Feuer. Laut aktuellem Stand gaben beide insgesamt acht Schüsse aus ihren Dienstwaffen auf den Renault ab – ein Beamter feuerte sechsmal, der andere zweimal. Der Wagen krachte daraufhin in das Polizeiauto.

Die Folgen: Tödliche Verletzungen und weitere Opfer

Im Fahrzeug wurden sowohl der Fahrer als auch der 19-jährige Beifahrer getroffen. Der 22-Jährige erlitt dabei eine tödliche Wunde im Brust- und Rückenbereich. Das Projektil traf den Rücken und durchschlug offenbar den Körper. Der 19-Jährige wurde von einem Schuss in die Schulter getroffen und musste operiert werden.

Die Ermittler sicherten am Tag nach dem Vorfall Spuren am Tatort und an den beteiligten Streifenwagen. Die Staatsanwaltschaft betont, dass die Rekonstruktion auf dem derzeitigen Kenntnisstand basiert und weitere Ermittlungen laufen.

Der Vorfall wirft Fragen nach den Umständen der tödlichen Schüsse auf und wird sowohl von der Staatsanwaltschaft als auch von internen Untersuchungsgremien der Polizei aufgearbeitet. Die genauen Beweggründe für das Verhalten des Fahrers und die Reaktion der Beamten werden weiterhin untersucht.

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