Iran droht mit Blockade der Bab al-Mandab: Experte warnt vor globalem Wirtschaftskollaps
Die Eskalation des Nahost-Konflikts könnte eine neue, gefährliche Dimension erreichen. Während die Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter zunehmen, drohen nun auch die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen damit, in den Krieg einzugreifen. Ihr potenzielles Druckmittel ist die strategisch äußerst wichtige Meerenge Bab al-Mandab, die auch als „Tor der Tränen“ bekannt ist und sich zwischen dem Jemen und Dschibuti befindet.
Huthi-Rebellen kündigen schrittweise Intervention an
Ein Sprecher der Huthi-Miliz hat erklärt, man werde „schrittweise“ in den Konflikt eingreifen und „auf weitere Entwicklungen je nach Eskalation oder Deeskalation des Feindes reagieren“. Zuvor hatte die Gruppe bereits einen Raketenangriff auf Israel für sich beansprucht. Der Iran selbst hat bereits die Straße von Hormus, eine zentrale Passage für Öl- und Gaslieferungen, de facto blockiert – insbesondere für Verbündete der USA und Israels.
Nun könnten die Huthi-Rebellen auch die Meerenge Bab al-Mandab ins Visier nehmen. Diese Wasserstraße liegt am Ausgang des Roten Meeres, genau gegenüber dem Suezkanal, und ist ein Nadelöhr für den globalen Handel. Experten befürchten, dass ein Angriff auf diese Passage einen schweren Wirtschaftsschock weltweit auslösen könnte.
Geopolitik-Experte warnt vor verheerenden Folgen
Klemens Fischer, Professor für Geopolitik an der Universität Köln, äußert sich besorgt über die möglichen Konsequenzen. In einem Interview warnt er: „Gelingt es dem Iran, auch diese Meerenge zu schließen, wird die Weltwirtschaft nahezu lahmgelegt.“ Seine Begründung: Rund zwölf Prozent des Welthandels werden über die Bab al-Mandab abgewickelt. Dazu zählen nicht nur Öl und Erdgas, sondern auch Getreide sowie eine Vielzahl von Gütern – von Spielzeug bis hin zu Elektronikprodukten.
Fischer vergleicht die strategische Lage mit einem bekannten Brettspiel: Der Iran verfüge mit der blockierten Straße von Hormus und der potenziell bedrohten Bab al-Mandab „gleichsam über eine Doppelmühle“. Das bedeutet: Teheran könnte eine der beiden wichtigen Handelsrouten öffnen, während die andere geschlossen wird – und umgekehrt. Diese Taktik würde dem Iran erheblichen Einfluss auf die globale Wirtschaft verleihen.
Gefahr eines regionalen Flächenbrands
Der Geopolitik-Experte betont, dass der Iran damit „eine altmodische Waffe“ entdeckt habe, die noch verheerendere Auswirkungen haben könnte. Fischer fürchtet: „Gelingt die Sperre der Straße von Bab al-Mandab, ist der regionale Golfkonflikt zu einem Flächenbrand geworden.“ Dieser könnte sich von Asien über die arabische Halbinsel bis nach Nordafrika ausweiten und durch die Nähe zum Mittelmeer auch Europa erreichen.
Die Situation bleibt angespannt. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge, da eine Blockade der Bab al-Mandab nicht nur regionale, sondern globale wirtschaftliche Konsequenzen hätte. Die Meerenge ist ein lebenswichtiger Korridor für den Welthandel, und ihre Störung würde Lieferketten weltweit beeinträchtigen.



