Alarm in den Uffizien: Hacker-Angriff zwingt Museum zu drastischen Sicherheitsmaßnahmen
In den berühmten Uffizien in Florenz herrscht höchste Alarmbereitschaft. Nach einem umfassenden Cyberangriff auf das IT- und Sicherheitssystem des Museums fürchtet man einen spektakulären Kunstraub. Die Museumsleitung sah sich zu ungewöhnlichen Schutzmaßnahmen gezwungen: Wertvolle Ausstellungsstücke wurden in Sicherheit gebracht, und Türen sowie Notausgänge ließ man kurzerhand zumauern.
Cyberkriminelle erbeuten sensible Museumsdaten
Seit Februar gelang es Hackern mehrfach, in die interne Datenbank der Uffizien einzudringen. Laut Berichten der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera erbeuteten die Cyberkriminellen dabei Passwörter, Zugangsdaten zum Fotoarchiv, detaillierte Lagepläne und sogar die Standorte der Überwachungskameras. Die Museumsverwaltung bestreitet diese Informationen zwar ausdrücklich, doch die Behörden nehmen die Bedrohung ernst.
Die Hacker verschafften sich sogar Zugang zur privaten Handynummer von Uffizien-Direktor Simone Verde und versuchten, mit den gestohlenen Daten Lösegeld zu erpressen. Inzwischen ermitteln Polizei, Staatsanwaltschaft und Italiens Cyber-Sicherheitsbehörde intensiv in dem Fall.
Schutzmaßnahmen: Vom Tresor bis zugemauerte Türen
Aus Angst vor einem Raub ähnlich dem im Pariser Louvre, wo im Oktober 2025 Teile der französischen Kronjuwelen gestohlen wurden, ergriff das Museum drastische Vorsichtsmaßnahmen:
- Schmuckstücke aus der Schatzkammer der Großherzöge wurden in einen Tresorraum der Banca d'Italia verbracht.
- Mehrere Ein- und Ausgänge bleiben bis auf Weiteres geschlossen.
- Neue Überwachungskameras wurden im gesamten Museumsbereich installiert.
Befürchtet wird nicht nur ein physischer Diebstahl, sondern auch, dass das umfangreiche digitale Archiv des Museums, das in jahrelanger Arbeit erstellt wurde, im Darkweb landen könnte.
Die Uffizien: Ein Hort weltberühmter Kunstschätze
Die Uffizien beherbergen eine der bedeutendsten Sammlungen italienischer Renaissance-Kunst weltweit. Zu den berühmtesten Werken zählen:
- Sandro Botticellis Die Geburt der Venus
- Leonardo da Vincis Die Verkündigung
- Michelangelos Tondo Doni
Zusammen mit dem Kolosseum in Rom und den Ausgrabungen von Pompeji gehören die Uffizien zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Italiens. Nur die Museen des Vatikans verzeichnen noch höhere Besucherzahlen. Die Sammlung umfasst Meisterwerke weiterer italienischer Künstler wie Raffael und zahlreicher Renaissance-Meister.
Die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen zeigen, wie verwundbar selbst hochgesicherte Kulturinstitutionen im digitalen Zeitalter geworden sind. Während die Ermittlungen laufen, bleibt die Frage, ob die zugemauerten Türen und verlagerten Kunstschätze ausreichen werden, um einen möglichen Raubzug zu verhindern.



