Spaziergänger entdeckt verrostete Waffen in Rostocker Wald - LKA ermittelt
Ein ungewöhnlicher Fund hat am Sonntagnachmittag, dem 15. März, in Rostock für einen stundenlangen Polizeieinsatz gesorgt. Ein aufmerksamer Spaziergänger entdeckte in einem Wäldchen in der Nähe der Dierkower Allee mehrere Waffen, die im Boden vergraben waren, und alarmierte umgehend die Behörden.
Vier Waffen und Munition ausgegraben
Gegen 15.30 Uhr meldete sich der Zeuge bei der Polizei, nachdem er zunächst eine Dose mit Munition und anschließend weitere Waffenteile gefunden hatte. Die herbeigerufenen Polizeibeamten gruben daraufhin eigenständig im Boden nach und förderten insgesamt vier Waffen sowie mehrere Patronen zutage. Unter den Fundstücken befanden sich eine Leuchtpistole und ein Revolver.
Die Waffen waren stark verrostet und witterungsbedingt deutlich verwittert, was auf eine sehr lange Liegezeit im Erdreich hindeutet. Eine Sprecherin der Polizeiinspektion erklärte: „Die Waffen und Patronen wurden sichergestellt und dann in unseren Waffenschließfächern zunächst verschlossen, bis diese dann per eigenem Kurierdienst zum LKA nach Rampe gebracht werden.“
Ermittlungen des Landeskriminalamtes
Das Landeskriminalamt (LKA) in Rampe übernimmt nun die weitere Untersuchung der Funde. „Wir überprüfen die Patronen und die Waffen, ob damit Straftaten begangen worden“, teilten die Ermittler mit. Das LKA verfügt über eine umfangreiche Vergleichssammlung mit etwa 5000 Waffen und 43.000 Munitionsstücken, die bei der Identifizierung helfen soll.
Neben einer möglichen Straftat wird auch ein anderes Szenario in Betracht gezogen. Die Polizeisprecherin erläuterte: „Die Waffen könnten aus einem Nachlass stammen.“ Da es sich bei den Funden voraussichtlich nicht um Kriegswaffen handelt, war der Munitionsbergungsdienst in diesem Fall nicht zuständig.
Hintergrund zu Waffen in Rostock
In der Hansestadt Rostock waren Mitte des vergangenen Jahres insgesamt 862 Waffenbesitzer registriert, die gemeinsam 4458 Waffen besaßen. Darunter befanden sich 361 Revolver. Angesichts des aktuellen Falls wurde zunächst ein Verstoß gegen das Waffengesetz gegen Unbekannt aufgenommen. Die Ermittlungen dauern an, während die Experten des LKA die stark verrosteten Fundstücke eingehend untersuchen.



