Man möchte nur schnell den Müll rausbringen und plötzlich steht man mehreren Waschbären gegenüber. Eine Szene, wie sie in deutschen Städten immer häufiger vorkommt. Denn die kleinen Räuber mit der schwarzen Gesichtsmaske haben längst Parks, Hinterhöfe und Dachböden erobert. Viele Menschen finden sie niedlich. Doch Experten warnen: Waschbären bleiben Wildtiere – und man sollte ihnen besser nicht zu nahe kommen.
Herkunft und Verbreitung
Waschbären stammen ursprünglich aus Nordamerika. Nach Europa kamen sie einst als Pelzlieferanten, wie PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet. Heute leben sie in ganz Deutschland und fühlen sich besonders in Städten wohl. Ihre Anpassungsfähigkeit und ihr cleveres Verhalten machen sie zu erfolgreichen Stadtbewohnern.
Niedlich – aber keine Kuscheltiere
Viele Menschen unterschätzen Waschbären wegen ihres plüschigen Aussehens. Dabei können ausgewachsene Tiere bis zu 70 Zentimeter lang werden und sind somit deutlich größer als viele Hauskatzen. Grundlos greifen Waschbären zwar nicht an. Doch wenn sie sich bedrängt fühlen, können sie kratzen und beißen. Vor einem Angriff zeigen sie meist Drohgebärden: Sie stellen sich auf, fauchen oder wirken plötzlich aggressiv. Deshalb gilt: Abstand halten und die Tiere niemals in die Enge treiben. Besonders problematisch wird es, wenn Menschen versuchen, Waschbären anzufassen oder zu füttern. Genau davor warnen Experten ausdrücklich.
Füttern verboten
Wer Waschbären regelmäßig füttert, sorgt dafür, dass die Tiere ihre Scheu vor Menschen verlieren. Dadurch entstehen immer häufiger Konflikte in Wohngebieten. Die Tiere lernen schnell, wo es etwas zu holen gibt, und kommen immer wieder zurück. Manche kommen sogar durch Katzenklappen ins Haus und bedienen sich am Futternapf von Hund oder Katze. In Berlin ist das Füttern von Waschbären deshalb ausdrücklich verboten. Auch in anderen Städten gibt es ähnliche Regelungen, um die Tiere nicht an Menschen zu gewöhnen.
Übertragen Waschbären gefährliche Krankheiten?
Rund um Waschbären kursieren viele Gerüchte über Krankheiten und Parasiten. Tatsächlich können die Tiere Flöhe, Läuse oder Zecken tragen. Auch Krankheiten wie Tollwut oder Staupe sind theoretisch möglich. Doch Experten geben Entwarnung: Laut der Interessengemeinschaft hessischer Wildtierpfleger gibt es in Deutschland bislang keinen nachgewiesenen Fall einer Krankheitsübertragung durch Waschbären. Auch das Risiko, sich mit dem gefürchteten Waschbärenspulwurm zu infizieren, sei sehr gering. Eine Übertragung wäre nur durch direkten Kontakt mit infektiösem Kot oder Urin möglich. In der Stadt ist eine Ansteckung also eher unwahrscheinlich. Wer Abstand hält und keine Nahrung anbietet, vermeidet die meisten Probleme schon im Voraus.
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