Zeugen im Prozess um Auto-Anschlag auf Verdi-Demo: „Ich bin nicht mehr derselbe“
Zeugen im Auto-Anschlag-Prozess: „Ich bin nicht mehr derselbe“

Zeugen im Prozess um Auto-Anschlag auf Verdi-Demo: „Ich bin nicht mehr derselbe“

Vor Gericht haben Zeugen erschütternde Details über den Auto-Anschlag auf eine Verdi-Demo am 13. Februar 2025 in der Seidlstraße geschildert. Der Angeklagte Farhad N. (25) soll laut Generalbundesanwalt seinen Mini Cooper absichtlich in die Demonstration gelenkt haben, wobei eine Mutter und ihre zweijährige Tochter starben und 44 Menschen verletzt wurden.

„Ich bin hartgesotten“ – aber an Grenzen gekommen

Ein 58-jähriger Zeuge, der sich selbst als „hartgesotten“ beschreibt, berichtete von seinen Erlebnissen. Er wurde bei dem Anschlag am Bein verletzt und stürzte. Sein erster Gedanke sei gewesen: „Weg von der Straße.“ Nachdem er sich aufgerappelt hatte, konnte er beobachten, wie der Fahrer des Mini festgenommen wurde. Besonders prägend waren für ihn die Schmerzensschreie einer Frau, die im Radkasten des Fahrzeugs eingeklemmt war.

Der Zeuge wurde zunächst zu einer Sitzbank und dann in ein Bürogebäude gebracht. Trotz seiner robusten Natur sagte er im Gerichtssaal: „Ich wäre lieber nicht gekommen“, und verwies auf die belastenden Erinnerungen, die der Prozess wachruft.

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Schilderungen eines weiteren Zeugen: „Ein Bild der Verwüstung“

Ein 37-jähriger Zeuge schilderte den Vorfall aus seiner Perspektive. Zunächst habe er ein metallisches Geräusch gehört, „als würden sich zwei Autos touchieren“. Dann folgten „Hey“-Rufe, und er wurde nach vorne geschleudert. Er hatte Glück im Unglück und erlitt nur leichte Rückenverletzungen, verlor jedoch seine Brille bei dem Sturz.

Um ihn herum herrschte zunächst Stille, und er erlitt einen vorübergehenden Tinnitus. Was er sah, beschrieb er als „ein Bild der Verwüstung“. Auch das kleine Mädchen, das später seinen Verletzungen erlag, habe er gesehen – es lag in den Armen eines Mannes. Den Schuss eines Polizisten habe er ebenfalls gehört und sei daraufhin in die Karlstraße geflohen.

Psychisch habe er das Geschehen gut verarbeitet, da sein Privatleben ihn stark beansprucht und die Bilder des Anschlags verdrängt habe.

Opfer: Seelische Folgen und Tabletteneinnahme

Ein 52-jähriger Zeuge wirkte im Gerichtssaal sehr mitgenommen. Er vergrub sein Gesicht in den Händen und sagte: „Ich will vergessen.“ Seit dem Anschlag sei er nicht mehr derselbe und müsse Tabletten nehmen, um mit den psychischen Folgen zurechtzukommen. Seine Aussage unterstreicht die langfristigen Traumata, die solche Gewalttaten bei Betroffenen hinterlassen.

Der Prozess dauert weiter an, während die Zeugenaussagen die Tragweite des Vorfalls und seine tiefgreifenden Auswirkungen auf die Opfer verdeutlichen.

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