Mehr als 2.900 Zollbeamte haben am frühen Mittwochmorgen eine bundesweite Großaktion gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der Paketbranche gestartet. Die Kontrollen richten sich gegen Kurier-, Express- und Paketzusteller, wie die Generalzolldirektion mitteilte. Schwerpunkt der Überprüfungen sind große Depots und Verteilzentren, in denen viele Fahrer und Zusteller anzutreffen sind.
Verdacht auf Verstöße gegen Mindestlohn
Die Beamten aller Hauptzollämter in Deutschland sind im Einsatz. Die Kontrollen erfolgen verdachtsunabhängig und sollen bis in den Abend andauern. Im Visier stehen insbesondere die Arbeitszeiten der Fahrer. „In der Branche stellen wir immer wieder fest, dass den Fahrern ihre Arbeitszeiten nicht oder nicht vollständig vergütet werden“, erklärte eine Sprecherin des Zolls. So würden Überstunden sowie die Zeiten für die Beladung der Fahrzeuge oder die Fahrten zwischen den Paketzentren und dem ersten Zustellort nicht entlohnt. Dadurch werde der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 13,90 Euro pro Stunde immer wieder unterlaufen.
Subunternehmen im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt der Aktion ist der Einsatz von Subunternehmen. „Ebenfalls zu beobachten ist der Einsatz von Subunternehmen – unter anderem mit dem Ziel, Sozialversicherungsbeiträge vorzuenthalten beziehungsweise zu veruntreuen und Steuern zu hinterziehen“, teilte der Zoll mit. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) prüft regelmäßig lohnintensive Branchen, um solche Verstöße aufzudecken.
Ergebnisse erst Ende der Woche erwartet
Mit ersten Ergebnissen der bundesweiten Aktion rechnet der Zoll frühestens Ende der Woche. Die Schwerpunktkontrollen am Mittwoch seien erst der Beginn der Arbeit, sagte ein Sprecher des Kölner Hauptzollamts. In den kommenden Tagen werden Geschäftsunterlagen und die Lohnfinanzbuchhaltung der Paketzusteller genau geprüft, um festzustellen, ob der Mindestlohn tatsächlich gezahlt wurde.
Der Zoll betont, dass die Kontrollen ein wichtiges Instrument im Kampf gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung sind. Die Aktion zeigt, dass die Behörden entschlossen sind, Verstöße gegen das Arbeitsrecht in der Paketbranche konsequent zu verfolgen.



