Seit dem frühen Morgen sind tausende Zollbeamte bundesweit im Einsatz, um Paketzusteller-Firmen zu kontrollieren. Nach Angaben des Hauptzollamts Köln werden Verteilzentren mehrerer großer Paketdienstleister überprüft. Ein Sprecher des Hauptzollamts bestätigte dies auf dpa-Anfrage.
Fokus auf Fahrer und Mindestlohn
Die Kontrollen zielen speziell auf die Fahrer der Unternehmen ab. Diese würden häufig um ihren gesetzlichen Mindestlohn gebracht, indem bestimmte Arbeitszeiten wie Pausen, Wartezeiten oder Leerfahrten nicht erfasst und vergütet werden. Der Sprecher Jens Ahland erklärte: „Die Fahrer haben von ihrem Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde auf dem Papier nichts, wenn am Ende bestimmte Stunden nicht bezahlt werden.“
Auftakt für weitere Prüfungen
Die Schwerpunktkontrollen seien erst der Beginn. In einem zweiten Schritt sollen Geschäftsunterlagen und die Lohnfinanzbuchhaltung der Paketzusteller genau geprüft werden, um festzustellen, ob der Mindestlohn tatsächlich gezahlt wird. Ahland betonte, dass es sich um einen systematischen Ansatz handle, um Verstöße gegen das Mindestlohngesetz aufzudecken.
Die Aktion zeigt, wie wichtig die Einhaltung von Arbeitszeitregelungen in der Paketbranche ist, die durch das hohe Arbeitsaufkommen und den Wettbewerbsdruck oft vernachlässigt wird. Die Zollbehörden wollen mit den Kontrollen ein Zeichen setzen und die Rechte der Beschäftigten schützen.



