Konditorei Melms in Banzin: Ein Café voller Geschichte und Duft
Konditorei Melms: Café mit Geschichte und Duft

Schon beim Eintreten in die Räumlichkeiten der Konditorei Melms in der Marsower Straße in Banzin bei Vellahn ist er sofort da, der warme volle Duft von frisch gebackenem Kuchen, von Butter und Vanille. Obwohl an diesem Tag kein Cafébetrieb stattfindet, liegt dieser Geruch dicht und lebendig in der Luft aus der Backstube, in der dennoch für den Markt gebacken wurde. Er erfüllt die Räume, als wäre er über Jahre hinweg in Wände und Möbel eingezogen.

Ein Leben, das mit dem Backen begann

Christel Melms sitzt am Tisch, die Hände ruhig gefaltet, die Stimme weich. 79 Jahre alt, geboren genau hier in diesem Haus in Banzin erzählt sie mit einer Mischung aus Stolz, Dankbarkeit und einer leisen, kaum greifbaren Traurigkeit von ihrem Leben. „Ich habe mir das alles nie so vorgestellt“, sagt sie nachdenklich. „Ich wollte einfach nur backen.“ Aus diesem schlichten Wunsch ist ein Ort entstanden, der weit über die Region hinaus bekannt wurde, ein Café, in dem Generationen zusammenkamen, Gespräche geführt, Feste gefeiert und Erinnerungen geschaffen wurden.

Wenn aus Arbeit Leidenschaft wird

Was hier entstand, war nie im großen Stil geplant, sondern wuchs Schritt für Schritt, getragen von harter Arbeit und einem feinen Gespür für Menschen. Der Duft aus der Backstube war dabei Ausdruck dessen, was Christel Melms wichtig war. „Das sollte alles zusammengehören. Backen und die Leute, das passt einfach.“ Aus diesen einfachen Gedanken entwickelte sich etwas, das sie selbst kaum glauben konnte. „Ich habe manchmal gedacht, das kann doch gar nicht wahr sein, was hier los ist“, erinnert sie sich an Zeiten, in denen die Gäste Schlange standen und jeder Platz besetzt war.

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Ein Lebensweg zwischen Seiten

Dass ihr Lebenswerk nicht nur im Café weiterlebt, sondern auch schriftlich festgehalten wurde, bedeutet Christel Melms viel. Der Autor Joachim Kolmer aus Lübtheen hat mehrere Bücher mit Lebensgeschichten aus der Region veröffentlicht, auch ihre. Im fünften Buch erzählt sie von ihrem eigenen Weg, von der Ausbildung als Konditorin bis zum Aufbau ihres Cafés, geprägt von ehrlicher Arbeit, Disziplin und Leidenschaft.

Getragen von Familie und Zusammenhalt

All das hätte sie nie allein geschafft, betont Christel Melms immer wieder. Ihr Mann und ihre Kinder waren Teil dieses Weges. Es war ein Familienbetrieb im wahrsten Sinne, in dem jeder mit angepackt hat und den ihr Sohn Robin heute weiterführt. Auch ihre Tochter Bertina gehört dazu. Sie hat das Kaffeestübchen in Boizenburg über viele Jahre geführt, ein zweiter Ort, gewachsen aus derselben Idee und derselben Leidenschaft.

Was geblieben ist

Geblieben ist das Café in Banzin, der Ort, an dem alles begann und an dem bis heute etwas von der ursprünglichen Idee lebt. Am Wochenende öffnen sich die Türen, und viele Gäste, oft seit Jahrzehnten, kommen noch immer, manche nehmen dafür weite Wege auf sich. „Ich setze mich dann einfach dazu und rede mit den Leuten. Das gehört für mich dazu“, sagt Christel Melms. Es sind diese Begegnungen, Gespräche und das Gefühl, willkommen zu sein, die das Café bis heute tragen.

Ein Ort, der bleibt

Draußen geht der Alltag weiter, doch drinnen scheint die Zeit ein wenig langsamer zu laufen. Seit 36 Jahren ist dieser Ort mit Christel Melms verbunden, hier ist ihr Lebenswerk gewachsen. Leise sagt sie: „Dass es noch ein bisschen so weitergeht.“ Und wer das Haus verlässt, nimmt etwas mit, den Duft, die Ruhe und die vielen Geschichten. Denn hier ist mehr als nur ein Café, ein Ort, an dem man ein Stück Leben spürt.

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