Öffentlich-rechtliche Sender schrumpfen Programm: Drei Kanäle werden eingestellt
Die ARD und das ZDF verkleinern ihr lineares Fernsehangebot zum Jahresende 2026 erheblich. Wie in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt gegeben wurde, werden die Sender tagesschau24, ONE und ARD alpha zum 31. Dezember 2026 eingestellt. Diese drastische Maßnahme führt dazu, dass insgesamt 19 Serien ihren festen Sendeplatz verlieren und um ihre Zukunft im Programm bangen müssen.
Reformstaatsvertrag zwingt zu Sparmaßnahmen
Hintergrund der umfassenden Umstrukturierung ist der neue Reformstaatsvertrag, der am 1. Dezember 2025 in Kraft getreten ist. Dieser verpflichtet die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, ihre Anzahl linearer Sender zu reduzieren und künftig enger zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schlanker und kosteneffizienter zu organisieren, während gleichzeitig die digitale Transformation vorangetrieben wird.
Beliebte Serien verlieren ihre Heimat
Für Serienfans ist insbesondere die Einstellung des Senders ONE ein schwerer Schlag. Auf diesem Kanal wurden täglich zahlreiche Wiederholungen beliebter und kultiger Serien ausgestrahlt. Durch die Schließung verlieren 15 Serien ihren Sendeplatz:
- "Sturm der Liebe"
- "Der Doktor und das liebe Vieh"
- "Rote Rosen"
- "In aller Freundschaft"
- "Tierärztin Dr. Mertens"
- "The Pursuit of Love – Englische Liebschaften"
- "Miss Marple"
- "Velvet"
- "Petrocelli"
- "Murdoch Mysteries"
- "Adam Dalgliesh, Scotland Yard"
- "Mord mit Aussicht"
- "Die Heiland"
- "The Frankenstein Chronicles"
- "Seaside Hotel"
Durch die Streichung von ARD alpha fallen zudem vier bekannte Kultserien aus dem Programm:
- "Bob Ross – The Joy of Painting"
- "Die Sendung mit der Maus"
- "Willi wills wissen"
- "Shaun, das Schaf"
Ob die ARD einige dieser Serienwiederholungen auf anderen Sendern unterbringen kann, ist derzeit noch unklar. Fest steht jedoch, dass durch den Wegfall der drei Kanäle in Zukunft deutlich weniger Platz für Wiederholungen im linearen Programm vorhanden sein wird.
Neue Strategie: Fokus auf digitale Angebote
Laut der Pressemitteilung von ARD und ZDF sind die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten überzeugt, dass die digitale Mediennutzung die Zukunft bestimmen wird. Aus diesem Grund wollen sie verstärkt starke Angebote im digitalen Bereich schaffen und setzen auf eine Neuausrichtung ihrer verbleibenden Sender.
Folgende drei Sender sollen künftig die nutzungsstärksten Angebote in spezifischen Bereichen umsetzen:
- "phoenix" als gemeinsames Informationsangebot von ARD aktuell, ZDF heute, Parlaments- und Ereignisberichterstattung sowie begleitenden Gesprächssendungen
- "neo" als Angebot für junge Erwachsene
- "info" als gemeinsamer linearer Dokumentationskanal
Der ARD-Vorsitzende Florian Hager betonte gegenüber dem Branchendienst dwdl, dass für den Sender phoenix keine neue Redaktion entstehen solle. "Für Breaking-News behalten wir die Infrastruktur und journalistische Kompetenz, die wir für tagesschau24 erfolgreich etabliert haben", erklärte Hager. Bestehende Gemeinschaftsprojekte wie Funk oder KiKa hätten in der Vergangenheit gezeigt, "was ARD und ZDF schaffen können, wenn sie vor allem im Digitalen spezifische Zielgruppen gemeinsam ansprechen".
Diese umfassende Umstrukturierung markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland und zeigt deutlich, wie sehr sich die Medienlandschaft durch die Digitalisierung verändert hat.



