Daryl Hannah bricht Schweigen: Kritik an Serie über JFK Jr. und Drohungen
Daryl Hannah kritisiert Serie über JFK Jr. und erhält Drohungen

Daryl Hannah bricht ihr Schweigen nach jahrzehntelanger Stille

Die Schauspielerin Daryl Hannah, 65, hat sich nach vielen Jahren des Schweigens öffentlich zu ihrer früheren Beziehung mit John F. Kennedy Jr. geäußert. Anlass ist die Disney+-Serie "Love Story", die sich mit der Ehe von JFK Jr. und Carolyn Bessette-Kennedy beschäftigt und dabei auch Hannah als Figur einbezieht.

Falsche Darstellung in der Serie

In einem ausführlichen Essay für die New York Times wehrt sich Hannah gegen ihre Darstellung in der Produktion. "Die in der Serie dargestellte Figur 'Daryl Hannah' ist nicht einmal annähernd eine akkurate Darstellung meines Lebens", schreibt die Schauspielerin deutlich. Sie betont, dass ihr zahlreiche Handlungen und Verhaltensweisen zugeschrieben würden, die schlichtweg unwahr seien.

Konkret widerlegt Hannah mehrere Behauptungen der Serienmacher: "Ich habe nie Kokain konsumiert oder kokaingetriebene Partys veranstaltet. Ich habe nie jemanden zur Heirat gedrängt. Ich habe nie ein Familienerbstück geschändet oder eine private Gedenkfeier gestört." Auch die angebliche Äußerung über Jacqueline Onassis' Tod sei komplett erfunden.

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Geschlechtsspezifische Dimension der Kritik

Hannah sieht in der Darstellung ihrer Person mehr als nur eine kreative Ausschmückung. "Die Popkultur hat lange Zeit bestimmte Frauen erhöht, indem sie andere als Rivalinnen, Hindernisse oder Bösewichte dargestellt hat", analysiert die Schauspielerin. Sie fragt kritisch: "Ist es nicht typisch frauenfeindlich, eine Frau herabzusetzen, um eine andere aufzubauen?"

Die Konsequenzen dieser medialen Aufbereitung spürt Hannah unmittelbar: Seit der Ausstrahlung der Serie Mitte Februar habe sie feindselige und sogar bedrohliche Nachrichten erhalten. Die Zuschauer würden die fiktive Darstellung offenbar für wahr halten, was ihren Ruf dauerhaft schädigen könne.

Digitales Zeitalter verändert Medienwirkung

Die Schauspielerin erinnert sich an einen Rat von Jacqueline Onassis, die ihr sagte, Boulevardgeschichten seien am nächsten Tag bereits vergessen. "Diese Worte haben heute ihre Gültigkeit verloren", stellt Hannah fest. "Im digitalen Zeitalter verschwinden Geschichten nicht, die Nachrichten von gestern werden nicht mit der Morgenzeitung weggeworfen, und Lügen leben online für immer weiter."

Hannah betont, dass sie ihr Privatleben stets vor der Öffentlichkeit schützen wollte. Seit 2018 ist sie mit dem Musiker Neil Young verheiratet. Nun müsse sie ihren Ruf verteidigen, auch weil sie seit Jahren als Umweltaktivistin arbeite und dieser Beruf auf Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein basiere.

Kennedy-Familie ebenfalls kritisch

Daryl Hannah ist nicht die einzige Person aus dem Kennedy-Umfeld, die die Machart von "Love Story" verurteilt. Auch Jack Schlossberg, Neffe von John F. Kennedy Jr., kritisierte Produzent Ryan Murphy scharf. Der 33-jährige US-Politiker äußerte in einem Interview: "Wenn ihr jemanden kennenlernen wollt, der noch nie jemanden aus meiner Familie getroffen hat und nichts über uns weiß, dann sprecht mit Ryan Murphy. Der Typ hat keine Ahnung, wovon er redet."

Die Serie lenkt den Fokus auf die Ehe von John F. Kennedy Jr. und Carolyn Bessette-Kennedy, die 1999 bei einem Helikopter-Absturz ums Leben kamen. Hannah und JFK Jr. hatten Anfang der 1990er Jahre eine On-Off-Beziehung geführt, kurz bevor der Politiker mit seiner späteren Ehefrau zusammenkam.

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