Doja Cat im Kampf gegen Twitch-Werbung: Ein nobler, aber unrealistischer Wunsch
Die amerikanische Rapperin Doja Cat (bürgerlich Amalaratna Zandile Dlamini, 30) hat sich in einem Livestream auf Twitch einem ungewöhnlichen Gegner gestellt: der Werbung auf der Plattform. Während sie das beliebte Videospiel Fortnite spielte, bemerkte sie die Beschwerden ihrer Zuschauer über störende Werbeunterbrechungen.
Der vergebliche Versuch, Werbung zu deaktivieren
„Ich werde die Werbung jetzt einfach ausschalten“, verkündete die Musikerin entschlossen. Doch die Suche nach der entsprechenden Einstellung verlief erfolglos. Nach Rücksprache mit ihrer Community musste sie feststellen: „Oh, man kann die gar nicht loswerden? Man kann sie nur auf eine pro Stunde reduzieren?“ Ihre Bereitschaft, auf Werbeeinnahmen zu verzichten, um das Zuschauererlebnis zu verbessern, wurde in sozialen Medien positiv aufgenommen.
Twitchs wirtschaftliche Realität
Doja Cats Ansinnen ist zwar löblich, doch wirtschaftlich kaum umsetzbar. Livestream-Plattformen wie Twitch verursachen enorme Betriebskosten für Server und Infrastruktur. Laut Berichten hatte Twitch im Jahr 2025 monatlich 140 bis 150 Millionen aktive Nutzer und erzielte einen Jahresumsatz von fast zwei Milliarden Euro. Dennoch übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, sodass die Amazon-Tochter als nicht profitabel gilt.
Amazons strategisches Interesse
Amazon erwarb Twitch im Jahr 2014 nicht primär wegen der Plattform selbst, sondern wegen der zugrundeliegenden Technologie. Diese wird heute als Amazon Interactive Video Service (IVS) vermarktet und ist äußerst lukrativ. Fast jeder Livestream im Internet nutzt diese Infrastruktur. Daher würden geringere Werbeeinnahmen auf Twitch den Tech-Giganten kaum beeinträchtigen, während die Plattform für Streamer und Zuschauer weiterhin auf Werbung angewiesen bleibt.



