Esther Sedlaczek, bekannt als Moderatorin der Fußballübertragungen, hat in einem Interview mit der AZ über ihre Zusammenarbeit mit Bastian Schweinsteiger gesprochen. Dabei betonte sie, dass ihre Interaktionen nicht inszeniert seien. „Nichts davon ist geplant“, erklärte die 40-Jährige. Sie und Schweinsteiger würden spontan auf Situationen reagieren und sich gegenseitig Raum geben. Dieses organische Miteinander führe auch zu humorvollen Momenten, die im deutschen Fernsehen eher ungewöhnlich seien.
Chemie zwischen Sedlaczek und Schweinsteiger
Auf die Frage nach der besonderen Chemie zwischen ihr und dem ehemaligen Fußballstar antwortete Sedlaczek: „Wir geben uns gegenseitig Raum und reagieren spontan. Wenn sich eine Situation ergibt, dann greifen wir sie auf – auch mit Humor. Aber nichts davon ist geplant oder inszeniert.“ Sie fügte hinzu, dass sie übereinander und über sich selbst lachen könnten, ohne dass es nachhaltig negativ wirke. „Es gab noch nie eine Situation, in der einer zum anderen gesagt hätte: ‚Was sollte das denn jetzt?‘“, so Sedlaczek.
WM 2026: Drittes Großereignis gemeinsam
Das Duo wird auch bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada gemeinsam moderieren. Sedlaczek zeigte sich voller Vorfreude: „Man freut sich auf die Vorbereitung, auf die Spiele, auf das ganze Team, mit dem man unterwegs ist. Wenn das passt, ist das unbezahlbar.“ Die anstehende WM sei eine besondere Herausforderung, da sie in drei Ländern stattfinde und die Distanzen enorm seien. „Vier, fünf Stunden Flug zwischen Spielorten, mehrere Zeitzonen, alle zwei Tage ein anderes Hotel – das ist eine völlig andere Belastung“, erklärte sie.
WM-Stimmung in den USA
Über die Stimmung in den USA vor der WM sagte Sedlaczek: „In den USA ist die WM im Moment noch nicht wirklich präsent. Selbst im Taxi muss man oft erklären, was demnächst überhaupt ansteht.“ Sie zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich dies ändern werde, da die Amerikaner Meister darin seien, Euphorie zu erzeugen. „Merchandising, Events, Inszenierung: Das wird alles kommen. Aber aktuell ist es noch erstaunlich ruhig“, so die Moderatorin.
Umgang mit politischen Themen
Auf die Frage, wie politisch sie in ihren Moderationen werden dürfe, antwortete Sedlaczek: „Nein, das sollte man auch nicht. Wir erleben gerade Konflikte, die so nah sind wie lange nicht mehr. Es gibt einen Krieg in Europa. Das darf man nicht ignorieren.“ Sie betonte den Spagat zwischen der verbindenden Kraft des Fußballs und der Notwendigkeit, Haltung zu zeigen. „Fußball muss ein Raum bleiben, der Menschen zusammenbringt, der eine Auszeit ermöglicht. Gleichzeitig muss man Haltung zeigen. Beides auszuhalten, ist die Herausforderung“, erklärte sie.
Interview mit Julian Nagelsmann
Ein besonderes Erlebnis war für Sedlaczek das Interview mit Bundestrainer Julian Nagelsmann nach einer Niederlage. „Ich hatte im letzten Herbst die zweifelhafte Ehre, direkt nach dem 0:2 in der WM-Quali gegen die Slowakei einen sichtbar angefressenen Julian Nagelsmann zu interviewen“, erinnerte sie sich. Auf die Frage, wie sie sich auf solche Situationen vorbereite, sagte sie: „Inhaltlich bereitet man sich immer vor – klar. Aber entscheidend ist etwas anderes: die Situation zu lesen.“ Sie räumte ein, dass dies manchmal nervös mache, aber nicht aus Angst, sondern aus Respekt. „Und dann vertraue ich mir selbst – meiner Erfahrung und meiner Empathie“, so Sedlaczek.
Sie betonte, dass sie Verständnis dafür habe, wenn ein Trainer seine Mannschaft schützen wolle, aber auch klare Ansagen erwarte: „Wenn jeder gesehen hat, dass es nichts war, dann sollte man das nicht schönreden.“ Auf schroffe Reaktionen reagiere sie mit innerer Distanz: „Das Allerwichtigste ist, nichts persönlich zu nehmen. Dann steht man da drüber.“



