Gil Ofarim im Interview: Dschungelkönig spricht über Alkoholsucht und zweite Chance
Gil Ofarim: Alkoholsucht und zweite Chance nach Dschungelsieg

Gil Ofarim im Exklusiv-Interview: Der Mensch hinter dem Dschungelkönig

Die Diskussionen um Sänger Gil Ofarim reißen auch nach seinem Sieg bei "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" nicht ab. In einem intensiven Gespräch bei "Exclusiv – Weekend" versucht Moderatorin Frauke Ludowig, dem 43-jährigen Künstler auf den Zahn zu fühlen und den Menschen hinter der öffentlichen Person zu ergründen.

Wer ist Gil Ofarim wirklich?

Gleich zu Beginn macht Ludowig klar, dass es ihr nicht um eine Entschuldigung für den Dschungelsieg geht. "Ich will Gil Ofarim besser verstehen. Wer ist Gil Ofarim?", fragt die 62-jährige Moderatorin direkt. Ofarim antwortet zunächst mit seiner beruflichen Identität: "Gil Ofarim ist in erster Linie Papa. Ein Mann, der beruflich Musiker, Schauspieler, Synchronsprecher ist und gelegentlich in TV-Shows auftritt."

Aber Ludowig hakt nach: "Wer bist du wirklich?" Der Sänger gesteht, dass er Schwierigkeiten hat, über sich selbst zu sprechen und sich einzuschätzen. Das müssten andere Menschen tun, meint Ofarim und betont, dass ihm Taten wichtiger seien als Worte.

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Alkoholsucht und Tagesklinik-Aufenthalt

Ofarim wird persönlich und offenbart, dass er sich in den vergangenen Jahren intensiv mit sich selbst auseinandergesetzt hat. "Ich habe Zuflucht in etwas namens Alkohol gesucht", gesteht der Künstler. Während des Prozesses um den Antisemitismusvorfall in einem Leipziger Hotel sei die Alkoholsucht richtig ausgebrochen.

Der Sänger verbrachte acht Monate in einer Tagesklinik: "Ich habe dort sehr viel über mich selbst gelernt und gelernt, über das Leben an sich." Nicht nur der Vorfall in Leipzig und der anschließende Prozess, sondern auch die Verarbeitung von Kindheitserlebnissen und der Verlust eines Familienmitglieds hätten ihn in die Klinik geführt.

Bitte um zweite Chance

Ludowig konfrontiert Ofarim mit der Frage: "Wie oft bist du danach aufgewacht und hast gesagt: Was bin ich für ein Idiot?" in Bezug auf den Antisemitismusvorfall. Der Dschungelkönig räumt ein, dass er das Posten des Videos bereut: "Egal, was da war. Man hätte es anders lösen können, und das weiß ich."

Auf die Bedeutung des Sprichworts "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht" angesprochen, bittet Ofarim um eine zweite Chance. Das sei alles, was er im Nachhinein tun könne. Die Zuschauer des Dschungelcamps scheinen ihm diese Chance gegeben zu haben – mit 66 Prozent der Stimmen wurde er zum Dschungelkönig gewählt.

Versprechen an die Familie und finanzielle Verpflichtungen

Ofarim erzählt, dass er seiner Frau und seinen Kindern ein Versprechen gegeben habe: "Ich komme wieder, alles wird wieder gut." Als er auf dem Dschungelthron saß, habe er realisiert, dass er dieses Versprechen gehalten habe.

Auf die Frage, ob er das Interview mit dem Hotelmitarbeiter Markus W. gelesen habe, antwortet Ofarim, er könne nicht in der Zeit zurückgehen. Er kündigt jedoch an, die ausstehenden 20.000 Euro noch in diesem Jahr an W. überweisen zu wollen. "Ich hätte es überwiesen", beteuert er auf Ludowigs Nachfrage, ob er das Geld auch ohne Dschungelsieg gehabt hätte.

Abschließend verrät Ofarim, dass er sich wieder eine Bleibe in München zulegen könne, um näher bei seinen Kindern zu sein. Ob wirklich alles wieder gut sei? "Nein", gibt der Sänger zu, "aber ich habe das Gefühl, dass es eine große Chance gibt."

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