Hebel-Brüder brechen ihr Schweigen: Fußball-Kommentatoren veröffentlichen Buch über Verlust ihrer Eltern
Hebel-Brüder: Buch über Verlust der Eltern und Karriere

Hebel-Brüder brechen ihr Schweigen: Fußball-Kommentatoren veröffentlichen Buch über Verlust ihrer Eltern

Die bekannten Fußball-Kommentatoren Joachim (39) und Uli Hebel (37) haben jahrelang einen zentralen Teil ihres Lebens verschwiegen. Wenn sie in Interviews nach ihren Eltern gefragt wurden, wichen sie stets aus. Nun öffnen sie sich erstmals öffentlich in dem Buch „Hoffentlich haben die TV im Himmel“, das in Zusammenarbeit mit Autor Kai Psotta (45) entstanden ist.

Ein Herzensprojekt mit tiefem persönlichem Hintergrund

„Das Buch ist ein Herzensprojekt, das gut anderthalb Jahre gedauert hat“, erklärt Uli Hebel. „Wir wollten unsere Geschichte einmal sauber aufgeschrieben haben. Zum einen, damit die Leute uns besser verstehen, aber vor allem auch für Menschen, denen es genau wie uns ging und denen es hoffentlich hilft zu lesen, wie wir damit umgegangen sind.“ Sein Bruder Joachim ergänzt: „Wir möchten auch unsere Eltern hochleben lassen, dass sie einen tollen Job mit uns gemacht haben.“

Die tragische Kurzfassung: Als Joachim 13 und Uli elf Jahre alt waren, erkrankte ihr Vater Andreas im September 1999 an Krebs und verstarb am 29. Oktober 1999 mit nur 62 Jahren. Das Leben der Brüder wurde komplett auf den Kopf gestellt. Im Dezember 2001 folgte der nächste schwere Schicksalsschlag: Mutter Gotelind erkrankte ebenfalls an Krebs und verstarb nur wenige Monate später am 26. März 2002 – mit gerade einmal 49 Jahren.

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Frühe Verantwortung und prägende Erfahrungen

Beim letzten Treffen sagte die Mutter zu ihren Söhnen: „Versprecht mir bitte eins: Geht nicht schludrig mit eurem Leben um. Nutzt, das ist meine große Bitte, das Potenzial, das in euch steckt.“ Diese Worte sollten die Brüder nie vergessen.

Joachim beschreibt die neue Situation als Vollwaise: „Nach meinem 13. Geburtstag hat es sich nicht mehr nach Kindheit angefühlt. Wir mussten vorzeitig erwachsen sein, ob wir nun wollten oder nicht.“ Uli Hebel zieht aus den Erlebnissen eine tiefgreifende Erkenntnis: „Ich habe in meinem Leben gelernt, dass es keinen doppelten Boden gibt. Dass das, was ich habe, nicht sicher bleibt. Ich kann mich nur auf zwei Menschen verlassen. Auf mich. Und meinen Bruder.“

Sport als Rettungsanker und Karriereantrieb

Beide Brüder fanden im Sport – vor allem im Fußball und Basketball – einen wichtigen Ausgleich. „Der Sport war unsere Ablenkung von der Traurigkeit“, sagt Joachim. „Er hat uns Freude und Halt gegeben.“ Diese Sportbegeisterung half ihnen später, im Sportfernsehen Fuß zu fassen.

„Wenn das alles nicht passiert wäre, hätten wir nie diesen Ehrgeiz gehabt, so durchzuziehen“, erklärt Uli Hebel. Dabei hielten sie ihre persönlichen Schicksalsschläge bewusst geheim: „Wir wollten nie als jemand wahrgenommen werden, der wie ein rohes Ei behandelt werden muss“, betont Joachim.

Uli zieht aus den Erfahrungen zusätzlichen Antrieb: „Ich weiß, dass meine Zeit auf diesem Planeten sehr wahrscheinlich kürzer ist als bei vielen anderen Menschen. Und deshalb muss ich schneller sein als der Rest.“ Diesen Antrieb bewies er, als er 2023 mit 35 Jahren der jüngste Kommentator eines Champions-League-Finals wurde.

Entstehung des Buch-Titels

Zu diesem Spiel schrieb Joachim einen Instagram-Post an seinen Bruder, der mit den Worten „Ich hoffe, die haben TV im Himmel“ endete – ohne weitere Erklärung. Diese berührende Zeile wurde schließlich zum Titel des Buches, das bei Edel Sports erscheint und 22 Euro kostet.

Das Werk der Hebel-Brüder mit Autor Kai Psotta ist mehr als nur eine Biografie – es ist ein bewegendes Dokument über Verlust, Trauerbewältigung und die besondere Verbindung zwischen zwei Brüdern, die gemeinsam ihren Weg gefunden haben.

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