Hollywood erhebt laute Stimme gegen Mega-Fusion von Warner Bros. und Paramount
In einem bemerkenswerten Akt des Widerstands haben sich über 1000 Filmschaffende, darunter prominente Namen wie Jane Fonda, Joaquin Phoenix, Bryan Cranston und Denis Villeneuve, in einem offenen Brief gegen die geplante Fusion der Filmkonzerne Warner Bros. Discovery und Paramount Skydance ausgesprochen. Die Unterzeichner, die Autoren, Schauspieler und Regisseure umfassen, äußern tiefe Besorgnis über die potenziellen Auswirkungen dieser milliardenschweren Transaktion auf die Branche.
Konzentration der Macht und ihre Folgen
Der offene Brief argumentiert, dass die Fusion die Konzentration in der Unterhaltungsindustrie weiter verstärken würde, was zu nur noch vier großen US-Filmstudios führen könnte. Dies, so die Warnung, würde den Wettbewerb in einer Zeit verringern, in der unsere Branchen – und das Publikum, dem wir dienen, sich das am wenigsten leisten können. Die befürchteten Konsequenzen sind vielfältig und schwerwiegend:
- Weniger Möglichkeiten für kreative Talente
- Ein Rückgang von Arbeitsplätzen im gesamten Produktions-Ökosystem
- Höhere Kosten für die Verbraucher
- Geringere Auswahl an Filmen für das Publikum weltweit
Die Filmschaffenden weisen darauf hin, dass aufgrund früherer Fusionen die Anzahl der produzierten Filme bereits signifikant zurückgegangen ist. Sie fürchten, dass der Zusammenschluss von zwei Giganten wie Warner Bros. und Paramount zu umfangreichen Sparmaßnahmen führen könnte, insbesondere da Paramount Skydance einen Kaufpreis von 111 Milliarden US-Dollar (etwa 94 Milliarden Euro) gegenfinanzieren muss. Dies betrifft nicht nur Schauspieler und Regisseure, sondern auch zahlreiche andere Berufsgruppen wie Masken- und Bühnenbildner, Fahrer, Caterer oder Floristen.
Politische Dimensionen und wirtschaftliche Bedenken
Der offene Brief hebt auch die politische Dimension der Fusion hervor, mit der Aussage: Wettbewerb ist wesentlich für eine gesunde Wirtschaft und eine gesunde Demokratie. Im Bieterkampf um Warner Bros. Discovery hat Paramount Skydance Netflix überboten, wobei angenommen wird, dass US-Präsident Donald Trump die Übernahme unterstützt. David Ellison, Chef von Paramount Skydance, und sein Vater Larry Ellison, Chef von Oracle, sind bekannte Unterstützer des republikanischen Präsidenten, während Netflix-Mitgründer Reed Hastings als großer Spender der Demokraten gilt.
Paramount Skydance hat versucht, die Sorgen zu zerstreuen, indem es betonte, weiterhin mindestens 30 qualitativ hochwertige Spielfilme pro Jahr zu produzieren und in die Kinos zu bringen. Das Unternehmen erklärte: Paramount fühlt sich weiter zutiefst dem Talent verpflichtet und diese Fusion stärkt sowohl die Auswahl für den Konsumenten als auch den Wettbewerb und schafft größere Möglichkeiten für Kreative, Publikum und das Umfeld, in dem sie leben und arbeiten.
Ausblick und regulatorische Hürden
Der Deal soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre und der staatlichen Aufsichtsbehörden. Die Proteste aus Hollywood unterstreichen jedoch die wachsende Besorgnis über die langfristigen Auswirkungen solcher Mega-Fusionen auf die kulturelle Vielfalt und wirtschaftliche Stabilität der Filmindustrie. Die Branche steht an einem kritischen Punkt, wo die Balance zwischen wirtschaftlichem Wachstum und kreativer Freiheit neu justiert werden muss.



