Der Springer-Verlag hat bekannt gegeben, dass Ulf Poschardt seine Position als Herausgeber der Medienmarken "Welt", "Politico Deutschland" und "Business Insider Deutschland" zum 1. Juli aufgibt. Der Publizist, der erst im Januar 2025 in diese Rolle berufen wurde, verlässt den Posten auf eigenen Wunsch. Künftig wird er als "freiester Mitarbeiter" von Axel Springer tätig sein, wie der Verlag in einer Pressemitteilung erklärte.
Neue Rolle als Autor, Podcaster und Creator
In seiner neuen Funktion soll Poschardt für alle Medienmarken des Hauses arbeiten und eigene Formate entwickeln. Dazu gehören unter anderem tägliche Drei-Fragen-Drei-Antworten-Clips für soziale Medien sowie eine Talkshow für "Welt". Auch bei "Bild" wird er mit mehreren Formaten präsent sein, darunter eine wöchentliche Kolumne und ein Videoformat. Poschardt betonte in der Mitteilung, dass er im Laufe des vergangenen Jahres festgestellt habe, "dass ich für meine publizistische Arbeit mehr Freiheit brauche, die sich mit einer formalen Funktion nicht immer vereinbaren lässt."
Hintergrund: Wechsel in der Chefredaktion
Poschardt war im Januar 2025 zum Herausgeber der sogenannten Premium-Gruppe ernannt worden, zu der "Welt", "Politico Deutschland" und "Business Insider Deutschland" gehören. Anfang dieses Jahres wechselte jedoch der frühere Leiter der ARD-Tagesthemen, Helge Fuhst, zu Springer und übernahm die Chefredaktion der Premium-Gruppe. Branchenbeobachter äußerten damals Zweifel an der Konstellation aus Chefredakteur und Herausgeber, wie das Portal "Medieninsider" berichtete. Poschardt selbst hatte zuvor als einer der mächtigsten Männer im Hause Springer gegolten. Mit seinem Rückzug endet eine kurze, aber einflussreiche Amtszeit, in der er die strategische Ausrichtung der Premium-Marken mitgeprägt hat.



