Die britische Schauspielerin Hannah Waddingham, bekannt aus Serien wie „Ted Lasso“, „Game of Thrones“ und „Sex Education“, hat sich öffentlich für eine Enttabuisierung der Wechseljahre ausgesprochen. In einem Interview mit dem Magazin „Women’s Health“ erklärte die 51-Jährige: „Sie müssen einfach da sein, damit wir außergewöhnliche Frauen Leben in die Welt bringen können. Für mein Gehirn ergibt es keinen Sinn, sich dafür zu schämen.“ Waddingham, die für ihre Rolle als Rebecca in „Ted Lasso“ unter anderem mit einem Emmy als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde, möchte anderen Frauen Mut machen, offen mit den Symptomen der Menopause umzugehen.
Erste Symptome ignoriert
Die Schauspielerin berichtete, dass sie zunächst die Anzeichen der Wechseljahre ignorierte. Erst während der Dreharbeiten zur Serie „Ride Or Die“, die im Juli 2026 startet, bemerkte sie deutliche Veränderungen. „Ich hatte das Gefühl, kaum noch produktiv zu sein. Meine Stimmung wurde schlechter, dabei bin ich eigentlich ein optimistischer Mensch“, sagte sie. Sie habe sich an die ständige Erschöpfung gewöhnt, doch ihre beste Freundin drängte sie dazu, ihre Hormone untersuchen zu lassen. Der Test bestätigte: Waddingham befindet sich in den Wechseljahren.
Hormonersatztherapie und Sport
Seit der Diagnose unterzieht sich die Schauspielerin einer Hormonersatztherapie und achtet auf regelmäßige Bewegung. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich würde viel machen. Nur Calisthenics, mit meinem eigenen Körpergewicht und ein paar leichten Gewichten, 20 Minuten morgens“, erklärte sie. Dennoch empfiehlt sie allen Frauen, sich frühzeitig Hilfe zu suchen. „Niemand wird dir dankbar sein, wenn du Symptome ignorierst, und die Einzige, die darunter leidet, bist du selbst“, betonte sie. Die Veränderung komme ohnehin, daher könne man sein Schicksal auch selbst in die Hand nehmen.
Ein gesellschaftliches Tabu
Waddinghams Offenheit ist Teil eines wachsenden Trends, die Wechseljahre aus der Tabuzone zu holen. Im vergangenen Jahr hatte bereits die SPIEGEL-Reporterin Antje Windmann zum Thema recherchiert und über die Herausforderungen von Frauen in dieser Lebensphase berichtet. Besonders ein Phänomen beschäftigt sie bis heute: die mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz und das Schweigen, das viele Frauen umgibt. Waddinghams Botschaft ist klar: „Es ist einfach ein Fakt. Wir sollten uns nicht dafür schämen, sondern offen darüber sprechen.“



