Prognose: Schweizer Volksabstimmung zur Rundfunkbeitragskürzung deutlich gescheitert
In der Schweiz ist eine Volksabstimmung über die deutliche Reduzierung des Rundfunkbeitrags nach einer ersten Prognose deutlich gescheitert. Das sagte der Co-Leiter des Politik- und Kommunikationsforschungsinstituts gfs.bern, Lukas Golder, kurz nach Schließung der Wahllokale im Sender SRF. Der Vorstoß hat damit nach den Prognosen keine Mehrheit gefunden.
Hintergrund der Volksinitiative
Die Befürworter der Initiative wollten den Rundfunkbeitrag in der Schweiz per Volksabstimmung drastisch kürzen. Mit dem Argument, weniger zahlen und private Anbieter stärken zu wollen, strebten sie eine Senkung der Medienabgabe von heute 335 Franken im Jahr auf 200 Franken an, was etwa 222 Euro entspricht. Zudem sollten Unternehmen komplett von der Abgabe befreit werden. Dies sollte Haushalte finanziell entlasten und der SRG, dem Schweizer Medienhaus, das vergleichbar mit ARD und ZDF ist, einen reduzierten Programmauftrag auferlegen.
Ziele der Kritiker und Auswirkungen
Die Kritiker der aktuellen Regelung wollten, dass die SRG ihre Programme eindampft, damit private Anbieter insbesondere in den Bereichen Sport und Unterhaltung mehr Raum erhalten. Der vorgeschlagene niedrigere Beitrag hätte in etwa dem entsprochen, was Haushalte in Deutschland derzeit für ARD, ZDF und Deutschlandradio zahlen. Die SRG hat einen gesetzlichen Informationsauftrag und produziert Radio- und Fernsehprogramme in den vier Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.
Bereits beschlossene Senkung unabhängig von der Abstimmung
Unabhängig von der Volksabstimmung hatte die Schweizer Regierung bereits eine Senkung des Rundfunkbeitrags auf 300 Franken bis zum Jahr 2029 beschlossen. Zudem werden in Zukunft mehr Unternehmen von der Abgabe ausgenommen. Diese Maßnahmen zeigen, dass trotz des Scheiterns der Volksinitiative Anpassungen im System geplant sind, um die finanzielle Belastung für bestimmte Gruppen zu verringern.
Die Prognose des gescheiterten Volksentscheids unterstreicht die komplexe Debatte um die Finanzierung öffentlich-rechtlicher Medien in der Schweiz und die Balance zwischen öffentlichem Auftrag und wirtschaftlichen Interessen privater Anbieter.



